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Notfall Berlin 2008 – Chronik / Persönlicher Bericht von Renate (Mieze) und Tine (Welliline)

3.12.08 Mittwoch

Tine rief mich im Büro an und fragte, ob ich (Mieze) etwas zu dem Notfall, bei dem sehr viele Wellensittiche in einer Berliner Wohnung in nicht artgerechter Halltung lebten, wüsste. Im Laufe des Tages konnte ich den Leiter des Tierheims Berlin erreichen. Er sagte mir, dass er bei dieser Aktion mitbeteiligt sei und es um 800 Wellis ginge.

3.-5.12.08 Mittwoch bis Freitag

Medienberichten zu Folge ließe der Wohnungsinhaber Vögel fliegen - aus Angst vor der bevorstehenden Beschlagnahme. Diese Berichterstattung wurde aber später revidiert, da die in Spandau aufgegriffenen Vögel bereits vor der amtlichen Beschlagnahmung nach Aussage des Halters beim Lüften entwischt waren.

Das Personal des Tierheims Berlin teilt uns mit, dass sie sich um die Versorgung der Tiere kümmern werden. Ich biete ihnen unsere Hilfe bei der Familienzusammenführung an.
Die AG Tierschutz und die eMail-Adresse werden aktiviert. Tine erstellt die Listen und beantwortet die eMails.

6.12.08 Samstag

Infostand im Tierheim Berlin. Ich konnte kurz mit dem Leiter sprechen: 150 Tiere nimmt Tierheim Bremen, je 50 Tiere gehen ans Tierheim Brandenburg und Tierheim Ladeburg, der Rest ins Tierheim Berlin, weil wir keine Auffangstation haben. Dort kann der Verein sie jederzeit abholen. Ich übergebe ihm den VWFD-Schutzvertrag und Pflegevertrag zur Überprüfung und dem Vergleich zu den TH-Verträgen und biete erneut unsere Hilfe an, dass Tine oder ich in der Wohnung versuchen könnten, die Familien zuzuordnen. Das würde nicht möglich sein, da die Amtstierärztin aufgrund der Seuchengefahr niemandem den Zutritt zur Wohnung gewähren darf. Neue Informationen der Amtstierärztin besagen, dass der Wohnungsinhaber wieder in der Wohnung sei, sich kooperativ zeigt und bei der Räumung helfen wird, insbesondere bei der Zuordnung Eltern und Küken behilflich sein werde. Dafür bräuchten sie Käfige.

8.-12.12.08 Montag bis Freitag

Der Termin der Räumung wird immer wieder verschoben, weil die Ergebnisse der Laboruntersuchungen noch nicht vorliegen. Der Leiter des Tierheims, mit dem ich lt. ATÄ die Sammlung der Käfige absprechen soll, sagt, sie bräuchten keine Käfige und würden lieber ihre Boxen nehmen. Er verweist immer öfter auf die ATÄ. Sie sagt, sie will die Vögel lieber auf Stangen sitzend transportieren, nicht in Boxen, eng gedrängt auf dem Boden sitzend. Die Amtstierärztin übernimmt am Ende selbst die Organisation und Verantwortung der gesamten Räumungsaktion.

14.12.08 Sonntag

Die bei mir gesammelten Käfige werden zusammen mit weiteren Helfern für den Transport vorbereitet.

15.12.08 Montag

Die 30 vorgerichteten Käfige werden nach Rücksprache mit der Amtstierärztin und dem Wohnungsinhaber in dessen Keller und ins Treppenhaus vor die Wohnung gebracht.
Ich (Mieze) konnte mit Herrn A. sprechen. Seinen Angaben zufolge hätte er rd. 300 Tiere und praktisch keine Küken mehr, die seien inzwischen alle flügge.

16.12.08 Dienstag

Als wir am Dienstag um 16.30 Uhr vor der Wohnung eintreffen ist die Presse bereits vor Ort: Herr A. selbst hatte sie informiert. Eigentlich sollte die Aktion zum Wohle der Vögel und um einen reibungslosen Ablauf zu gewähren geheim gehalten werden. Zusammen mit der Amtstierärztin und den wegen einer Autopanne gut zwei Stunden verspätet eintreffenden Helfern vom Tierschutzverein Berlin versuchen wir, beim Einfangen die Elterntiere zuzuordnen. Frau Dr. M. schaut nach Kranken und Verletzten und sondert diese von den anderen Tieren ab. Allein am Dienstag haben wir insgesamt über 900 Tiere aus der Wohnung geholt, darunter gut 30 Kranke und Verletzte und rund 95 Küken, z. T. mit Eltern. Die "Küche", in der die meisten Küken waren, und das "Badezimmer" waren am Ende vogelfrei. Die einzelnen Transporter der Tierheime wurden bis in die letzte Ecke mit gefüllten Käfigen beladen und nach Hamburg und Bremen transportiert. Die Familien gingen zu einer Pflegerin, die Kranken zu Frau Dr. M. Gegen 1 Uhr nachts wurde die Einfangaktion vorerst beendet.

17.12.08 Mittwoch

Um 8 Uhr 30 ging es an nächsten Tag weiter. Als ich mit einigen Minuten Verspätung ankam, traf ich nur Herrn A. mit der Amtstierärztin an. Einige Zeit später kam die eilends alarmierte Leiterin des Veterinäramtes an, um ebenfalls beim Einfangen der Tiere zu helfen. Im Laufe der nächsten 2 bis 3 Stunden stellten sich weitere Helfer ein, die wir noch in der Nacht per PN um Hilfe angeschrieben hatten und auch die Mitarbeiter des Tierschutzes fanden sich ein, nach einer weiteren Panne mit dem Auto. Während Mieze bei der Fangaktion dabei ist, organisiert Tine die Vermittlung an die Berliner Abnehmer und koordiniert den Einsatz unserer Helfer, die über die Zeiten und den Ort der Fangaktion informiert werden müssen.

Mindestens 40 Küken mit einigen Eltern wurden neben vielen weiteren Wellis an diesem Vormittag eingefangen. Um Zwölf Uhr hatten wir keine Käfige und keine Boxen mehr und niemanden, der noch Tiere aufnehmen konnte.

Um 15 Uhr wurden die am Tage vorher gesammelten kranken und verletzten Tiere in die Praxis zu Frau Dr. K gebracht. 15 Tiere davon mussten eingeschläfert werden. Die Küken und Eltern vom Vormittag kamen in die Tierarztpraxis, in der sie seither versorgt werden. Die schwerkranken Küken von der Räumung am Dienstag mussten erlöst werden. Den Mitarbeitern der Praxis treibt es noch immer die Tränen in die Augen, wenn sie sich an diesen Unglückstag zurück erinnern.

Um 16 Uhr ging es weiter. Bis dahin hatte die Amtstierärztin neue Käfige organisiert und Tierheime kontaktiert, die mit Transportern ankamen, um Tiere abzuholen. Zu diesem Zeitpunkt waren dann nur noch rund 400 Tiere in der Wohnung, aber bereits alle Nistkästen abgeholt.

Dann waren wir endgültig fertig mit Fangen. Ich bin mit der Amtstierärztin durch die Räume gegangen, um mit einer Taschenlampe in allen Nischen, Ecken und Spalten zu suchen, ob sich noch irgendwo ein Piepser verkrochen hatte. Dabei fanden wir ein einsames Küken: Hugo. Der Wohnungsinhaber wurde nochmals auf das Verbot der Tierhaltung hingewiesen.

Am Mittwoch Abend gegen 21 Uhr konnte die Räumung der Spandauer Wohnung beendet werden. Über einen Zeitraum von zwei Tagen wurden insgesamt 1750 Vögel aus der Wohnung evakuiert, insgesamt mehr als doppelt so viele wie ursprünglich angenommen. Das Schätzen einer Anzahl von Vögeln dieser Größenordnung ist schier unmöglich.
Zusammen mit der Amtstierärztin konnten bis auf 170 Wellensittiche alle auf die Berliner Tierheime, auf Pflegestellen, sowie auf Tierheime der nahen Umgebung verteilt werden.
Während dieser beiden Tage lag die Priorität auf dem Einfangen der Tiere ausschließlich nach Anweisung der Amtstierärztin. Die Verteilung musste angesichts der großen Anzahl der zu versorgenden Tiere rasch verlaufen. Am Ende waren bis auf 170 Wellensittiche, die schon in Transportkäfigen im Flur standen, alle abtransportiert.
Es musste entschieden werden, ob diese Tiere nun eine weitere Nacht – beengt in den Transportkäfigen – in der Wohnung bei dem ehemaligen Besitzer verbleiben, oder bei mir vorübergehend Zwischenstation machen.
In Absprache mit der Amtstierärztin wurden die Tiere bei mir untergebracht, da die Sicherheit der Tiere in dieser Situation (Verbleib in der Wohnung) nicht gewährleistet war. Ein längerer Transport der Tiere in den Transportkäfigen war zudem ausgeschlossen.
Die Tiere aus der Spandauer Wohnung waren nun in meiner Küche, die als Quarantäneraum dient, untergebracht. Diese ist gefliest und es werden strengste Hygienemaßnahmen eingehalten.

18.12.08 Donnerstag

Wir haben die Küche vogelsicher gemacht und die Tiere aus den Käfigen gelassen. Die Nacht war sehr unruhig, weil der Schwarm bei jedem Geräusch aufgeschreckt ist.

19.12.08 Freitag

10 Küken werden bei einer weiteren Pflegerin versorgt.
Tine ging mit den rund 20 Tieren, die wir am Mittwoch als krank befunden hatten, zur Tierarztpraxis. Auch hier mussten zwei Tiere erlöst werden.

20.12.08 Samstag

Den Schwarm versorgen kostet reichlich Zeit, zumal Arbeitsplatten und Fußboden mehrmals am Tag gesäubert werden müssen. Auch die alten und neu gespendeten Transportkäfige müssen gereinigt und vorbereitet werden.

21.12.08 Sonntag

Den Pflegern ist heute das zweite Küken in der Hand gestorben. Sie befürchten, dass die Wellis eine Infektionskrankheit haben, gegen die sie nichts ausrichten können.
Die 170 Wellensittiche in meiner umgebauten Küche werden als eine Gruppe in der Berliner Umgebung privat untergebracht. Die Gespräche und Vorbereitungen hierzu liefen bereits seit Donnerstag, den 18.12.2008.

23.12.08 Dienstag

Die ersten Spandauer werden vermittelt.
Wir waren noch mit einer kleinen rupfenden Henne bei Fr. Dr. K. Es schien, als sei "nur" die Bürzeldrüse verstopft und verhärtet. Bürzelchen hatte daran geknabbert und immer wieder geblutet.
Während Tine mit ihr bei der Tierärztin ist, hole ich Wellensittiche aus einer Pflegestelle und bringe anschließend alle zusammen zu Tine. Dort bereiten wir den ersten Transport nach Hamburg vor.

24.12.08 Mittwoch

Die Hamburger Tiere (17 Wellis) werden abgeholt.
Die übrigen Hennen, die wir am Abend zuvor separiert und nicht mit nach Hamburg geschickt haben, werden in der Tierarztpraxis untersucht, ein Teil auf das Antibiotikum Baytril gesetzt. Leider war es bei "Bürzelchen" doch ein Tumor, "Bürzelchen" ist in meiner Hand eingeschlafen (worden).

28.12.08 Sonntag

Ich hole die leeren Transport-Käfige, 15 Wellis und das letzte elternlose- kränkelnde Küken von der Pflegerin ab. Das heißt: Käfige zu mir (müssen noch gesäubert werden) und das Küken zu einer weiteren Pflegemutter, die auch Hugo in ihrer Obhut hatte. Die Hauptpflegerin ist am Ende ihrer Kräfte und braucht dringend Entlastung. Bei ihr bleiben jetzt noch 30 Tiere, Hennen mit ihren bald erwachsenen Küken.
10 der Wellis sind nicht-kooperative Elterntiere, fünf sind gerade eben erwachsen gewordene Küken. Da wir nicht sicher sind, ob die Kleinen auch wirklich futterfest sind, holen wir weitere Hilfe, eine "Pflegemutter", die ebenfalls 10 "unserer" Küken päppelt. Aber die Kleinen mögen wirklich keinen Brei mehr und die gekochte Hirse rühren sie nicht an. Sie wollen Kolbenhirse und üben sich fleißig im Körnchen-Knacken. Auch Quellfutter schmeckt ihnen.

29.12.08 Montag

Frau Dr. M. freut sich, dass wir ihre Pfleglinge abholen. Die letzte Wurmkur wird verabreicht und bis auf die drei, die in eine spezielle Pflegestelle für gehandicapte Vögel kommen, werden die übrigen 14 Tiere zu Tine gebracht. Als Tine am Abend nach Hause kommt, hat sie noch ein paar Wellis mehr in der Wohnung. Einen Kleinen will sie sicher behalten, aber ich bin mal gespannt, ob sie sich von den anderen 34 trennen kann.

30.12.08 Dienstag

Eine Pflegerin rief an, drei weitere Küken sind tot aufgrund von Würmern. Wir fragen uns, was besser ist: sterben wegen der Würmer oder sterben wegen der Medikamente dagegen.

3.1.09 Samstag

Ich war mit vier der Kranken/Behinderten bei der Tierärztin, wir hatten den Eindruck, ihre Verletzungen werden schlimmer und sie haben Schmerzen. Drei davon bekommen ein anderes Antibiotikum und Traumeel, eine Kleine mussten wir erlösen.
Und wieder ist ein Küken gestorben. Die restlichen vier, die bei der Pflegerin sind, fangen langsam an, aus dem Behälter auszubüchsen und kommen in einen "richtigen" Käfig.

4.1.09 Sonntag

Die Aufzucht der Küken ging auch in einer anderen Pflegestelle leider nicht ohne Verluste ab: Im Laufe der Tage sind insgesamt drei der Kleinen über die Regenbogenbrücke gegangen. Jetzt sind es noch sieben, die langsam anfangen zu fliegen und beißen können wie kleine Vampire. Eines sah heute nicht gut aus, es saß nach dem Füttern aufgeplustert auf dem Boden während die anderen oben auf der Stange gegenseitig kuschelten. Die miesen Vorbedingungen fordern ihren Tribut. Drücken wir dem Kleinen die Daumen...

6.1.2009 Dienstag

Gleich frühmorgens, noch vor der Arbeit, holte ich die drei gehandicapten Wellis bei Frau M. ab und brachte sie zu einem einem Herrn, der per Mitfahrzentrale gefunden worden war und sie nach Dortmund fuhr, um sie an Nicole (Nicole76) zu übergeben, die den weiteren Transport zu Gabi (Feenseeschwalbe) übernahm. Wie es den Dreien weiter erging, kann hier nachgelesen werden.

Nach einem Telefonat mit dem Pressesprecher und einer der behandelnden Tierärztinnen des THs Berlin senden wir ihnen unseren Merkzettel zum Thema Krankheiten zu. Da die Behandlung der Tiere durch das Tierheim noch nicht abgeschlossen ist, verzögert sich die Freigabe auf Ende Januar.

Ich war vorhin mit einem der Behinderten bei der Tierärztin, er plustert seit gestern Abend und seine Verdauung ist mies, er ist dürr bis auf die Knochen - wie fast alle. Er wird jetzt mit Ampho und Baytril behandelt. Es sieht aus, als ob er die Nacht nicht überleben wird.

Eine Pflegerin rief mich eben an, ein weiteres ihrer Kleinen ist seit einer Stunde tot.
Eine andere Pflegerin rief kurz zuvor an. Bei zweien der verstorbenen Küken wurde eine Sektion durchgeführt mit dem Ergebnis: großflächiges Organversagen auf der ganzen Linie, entzündete Bauchspeicheldrüse, Ursache nicht erkennbar.

7.1.2009 Mittwoch

Tine hat mit dem Pressesprecher des Tierheims Berlin telefoniert:
Wir erhalten eine mündliche Zusage, dass wir ausreichend Tiere erhalten werden, um die bereits festen Plätze zu beliefern. Der für die Aktion verantwortliche Pressesprecher des Berliner Tierheims wird nun die Konditionen mit dem Vorstand des Tierschutzverein für Berlin absprechen und werde sich dann bei uns melden. Die finanzielle Sitution ist ebenfalls Gegenstand des Gesprächs. Doppelte Behandlung wegen Parasitenbefall und verlängerte Unterbringung lassen die Kosten ansteigen. Der Verein der Wellensittich-Freunde Deutschland e. V. ruft erneut zu Spenden über die vereinseigene Homepage und das VWFD-Forum auf.
Der VWFD sollen für die Unterbringung in den von ihm vermittelten Stellen, besonders jene Vögel erhalten, die noch keine Behandlung bekommen haben.

10.1.2009 Samstag

"Die Nummer 1" bekommt seit Dienstag, 6.1.09 Baytril und Ampho. Die ersten Tagen dachten wir, er stirbt uns gleich weg, er lag nur total aufgeplustert auf dem gepolsterten Brettchen. Gestern ist er beim Säubern des Käfig entwischt und heute versucht er fast die gesamte Zeit, aus dem Käfig raus zu kommen .

"Die Nummer 2" wurde heute bei der Tierärztin behandelt, der Schnabel war zu lang und wurde gekürzt. Sie benimmt sich wie ein Elefant, der sich unbedingt den Rücken schubbern will. Sie krabbelt dafür wie eine Wilde in den Sprossen der Naturholzleiter herum und zwängt sich durch die engsten Zwischenräume. Die Ränder ihres Schnabels sehen irgendwie "angefressen/gezackt" aus, äußere Parasiten konnten nicht ausgeschlossen werden, darum wurde ihr nochmals vorsorglich Ivomec in den Nacken geträufelt.

11.1.2009 Sonntag

Frühmorgens geht es los, ich hole die bereits "vorsortierten" Wellis bei Tine ab und fahre zusammen mit einer engagierten Forenuserin nach Nortorf. Dort werden wir erwartet, sechs der Kleinen bleiben hier erstmal im Wohnzimmer und können sich schon auf die warme Jahreszeit und damit auf ein Leben in einer wunderschönen Außenvoliere freuen. Die übrigen Wellis werden abgeholt, zwei von ihnen finden ein Zuhause in einer behindertengerechten Voliere.

14.-20.1.09 Mittwoch bis Dienstag

Tine versucht trotz schlimmer Erkältung jeden Tag, den Pressesprecher vom TH Berlin zu erreichen. Sie wird von Tag zu Tag vertröstet. Noch immer melden sich Interessenten per eMail.

21.1.09 Mittwoch

Sven (diewingster) meldet abends, dass einer der Kleinen plötzlich plustert und abseits sitzt. Jede Hilfe kommt jedoch für ihn zu spät.

22.1.09 Donnerstag

Tine meldet, dass sie endlich mit dem Pressesprecher des Tierheims Berlin erreichen konnte. Fazit des Gesprächs ist, dass das TH Berlin dem VWFD keine Vögel übereignet, da es nur an Mitglieder des Deutschen Tierschutzbundes vermitteln möchte, da dort laut Pressesprecher "die Richtlinien" eingehalten werden würden. Unser Angebot, 250 Tiere sofort in ein endgültiges Heim zu vermitteln, dessen Haltungsbedingungen genauestens geprüft wurden, wird leider nicht angenommen. Die Tiere sollen nun auf verschiedene Tierheime in Deutschland aufgeteilt werden. Die Anzahl der Interessenten überstiege bereits die Zahl der zu vermittelnden Vögel. Unsere Interessenten sollen sich jedoch in den Tierheimen melden.

Das plötzliche Sterben des Kleinen von Sven macht uns Sorgen: nach Rücksprache mit Frau B. und Frau W. hatten einige der Kleinen ganz plötzlich schwarzen Kot und verstarben innerhalb von 24 Stunden. Einige Tiere wurden sektiert: "Megas". Frau B. hatte daraufhin alle Küken und Elterntiere mit Ampho behandelt, trotz fehlender Symthome. Es scheint geholfen zu haben. Seither ist keines der Kleinen bei Frau B. verstorben.

23.1.09 Freitag

Mit Frau Dr. K. und ich machen eine interessante Beobachtung: Es scheint eine Koppelung der Farbschläge zu bestimmten Krankheitsbildern zu geben. Alle Spreizbeinchen waren dunkelblau. Und bei den hellblauen Hellflügeln, z. T. mit Gelbgesicht scheinen vermehrt die "Megas" zu greifen.

Alle Tiere prophylaktisch gegen "Megas" zu behandeln empfiehlt sie nicht, wegen der Nebenwirkungen. Man kann die Tiere nur verstärkt beobachten, auf ihr Gewicht und ihren Kot achten und ggf. Kropfabstrich- und Kotuntersuchungen vornehmen. Aber auch diese Untersuchungen sind nicht immer aussagekräftig. Die üblichen Symptome wie Würgen oder Spucken traten bei keinem der Tiere auf.

25.1.2009 Sonntag

Henne Nr. 5 aus unserer Vermittlung wirkt noch immer krank. Sie lässt den zitternden Flügel hängen, er wirkt auch etwas dicker und sie hat anscheinend beim Flattern Probleme. Ich gebe ihr jetzt auf Empfehlung der Tierärztin Traumeel ins Trinkwasser.

27.1.2009 Dienstag

"Little Eye", genannt "Äuglein" wird nie wieder Schmerzen haben. Ich war vorhin mit ihr in der TA-Praxis. Zwei Behandlungscyclen mit verschiedenen Antibiotika haben nicht geholfen und trotz Traumeel hatte sie ständig Schmerzen.

29.1.09 Donnerstag

Christine (Elster) und ich haben im TH "unsere" Käfige abgeholt. Diese standen bereits aussortiert draußen am Eingang. Da die Käfige im TH in einer Maschine gereinigt werden sind sie zwar alle schön sauber, aber es hat leider auch unsere Adressaufkleber und das VWFD-Logo erwischt. Der Leiter des Vogelhauses ist sehr bemüht uns zu helfen.

Bei einigen der Käfige konnten wir den völlig weißen Aufkleber erkennen, mit dem wir die Käfige als VWFD-Eigentum gekennzeichnet hatten.

Wir haben die Käfige (stopf-quetsch-in-die Autos) zu Tine gebracht. Sie wird sich mit den Leuten in Verbindung setzen, die ihre Käfige zurück haben wollten und schauen, ob diese oder ähnliche dabei sind. Einige Käfige konnten wir zuordnen. Vielleicht finden sich ja noch in Ladeburg oder Brandenburg. Auch in Fehrbellin und beim Tierschutzverein KW werden wir nachfragen.

4.2.2009 Mittwoch

Heute früh noch vor der Arbeit habe ich die Leihkäfige des Veterinäramtes zurück gegeben. Da morgen drei der leicht behinderten Damen abgeholt werden sollen, haben wir sie heute in einen extra Käfig umquartiert. Bisher hatten alle Behinderten, die wir noch nicht vermittelt hatten, zwei miteinander verbundene große Käfige gehabt. Wir wollten sehen, welche Paare evtl. zusammen gehören.

9.2.2009 Montag

Wir bekamen drei Wellis von Frau Dr. M., die sie heute mit der ATÄ aus der Wohnung von Herrn Adam geholt hatten. Die Hausverwaltung gab den Hinweis, sie hätte 5 Tiere in seiner Wohnung gesehen. Bei einem früheren Kontrollbesuch hatte die ATÄ keine Wellis gefunden. Wir wissen leider nicht, woher die Tiere kommen, nehmen aber an, dass sie aus dem großen Schwarm sind. Der Kot der drei Damen sieht super aus und wir hoffen, dass bei der Untersuchung herauskommt, dass sie alle gesund sind.

11.2.2009 Mittwoch

Im TH Berlin haben sich noch immer nicht alle Käfige wieder angefunden, aber ich darf von den vorhandenen aussuchen, welche ich möchte. Eine gute Gelegenheit, einige kleine Krankenkäfige für unsere vk TÄ mitzunehmen , die sie gerne in Emfpang nahm.

12.2.2009 Donnerstag

Tine: Ich war heute bei der Ärztin. Die drei Damen bekommen jetzt Chevikol gegen Trichos. Die Dame des Pärchen wurde auch behandelt und darf dann in drei Tagen mit meinem Schwarm zusammen fliegen. Es geht allen ganz gut, aber ich soll sie päppeln (da sind sie bei mir genau richtig).

14.2.2009 Samstag

Da sich wieder Interessenten gemeldet haben, hole ich eine entsprechende Anzahl von inzwischen "fertigen" Küken bei Frau B. an und bringe sie zu Tine.

15.02.2009 Sonntag

Heute waren wir mit Annette und Astrid zum Küken-Aussuchen bei Frau B.: zwei und zwei von den Kleinen kamen in neue Zuhause.

21.02.2009 Samstag

Die 9 Küken werden von Braunschweig nach Uetze transportiert. Zwei ziehen noch am gleichen Tag in ihr neues Zuhause ein.

22.2.2009 Sonntag

6 Küken werden von Uetze Richtung Gütersloh transportiert. Vier werden gleich auf halber Strecken von ihrer neuen Halterin in Empfang genommen. Zwei reisen weiter nach Gütersloh, wo ein neues Zuhause auf die beiden wartet. "Mieze's Schwarm" ist umgezogen: Am Freitag nach der Arbeit holten mein Bruder und ich die Wellis, die bereits ist fünf Käfigen verteilt waren, ab. Nach einiger Zeit fragte mein Bruder, wie lange es denn dauern würde, bis die Kleinen still sein würden? Auf meine Antwort, “wenn wir angekommen sind“, sagte er nichts mehr. Wir kamen sehr gut durch, der Wettergott war uns gnädig. Der meiste Schnee lag in Berlin, obwohl es unterwegs recht stark geregnet hatte und auch Schneeregen dabei war. Als wir ankamen, brachten wir die Kleinen sofort in die supertoll vorbereitete Voliere, wo sich alle gleich auf das Futter, die Kräcker und die Kolbenhirse gestürzt haben. Wir sind ganz früh am nächsten Morgen wieder zurück nach Berlin und auch hier waren die Straßen trotz Schnee und Regen gut befahrbar. Danke an alle, die uns die Daumen gedrückt hatten.

23.02.2009 Montag

Das Letzte der 9 Küken (siehe 21.2.09) tritt seine hoffentlich endgültige Heimreise an.

28.2.2009 Samstag

Frau B. bringt "ihre" restlichen Küken zu Tine. Susanne (SusuS) und Silvia (Whippetfau) übernehmen einen Transport mit 10 Wellis und dem einen Nymphen aus der TA-Praxis nach Bayern. Ein Küken-Pärchen wird von Braunschweig nach Uetze gebracht.

15.3.2009 Sonntag

Das Pärchen wird von Uetze Richtung Lage gebracht, wo es in sein neues Zuhause einziehen darf. Wir treffen uns bei Tine zum Bastel-Brunch und auch die 3 Küken aus der letzten noch aktiven Pflegestelle kommen dorthin. Für einige Wellis, die noch bei Tine sind, geht es am nächsten Tag mit Gabi (Federbällchen) ins neue Zuhause Richtung Hamburg. Und auch die drei Kleinsten sind so süß, dass sie sofort vermittelt werden.

Damit sind sämtliche uns anvertrauten überlebenden Wellis aus diesem furchtbaren Beispiel eines Animal Horders vermittelt. Insgesamt 151 Tiere und der “Küchenschwarm”.

Der VWFD dankt allen Helfern, Pflegestellen und jenen, die ebreit waren, die Tiere aufzunehmen. Eine Glckskindgeschichte findet sich hier.