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Geschichte der Wellensittichhaltung

Entdeckt wurde der Wellensittich im Jahr 1770 auf einer Exkursion von Kapitän James Cook. George Shaw, ein englischer Naturforscher, beschrieb den Wellensittich erstmals 1805 wissenschaftlich. Die ersten ausgestopften Wellensittiche gelangten dann um 1830 nach Europa, 10 Jahre später brachte der Zoologe und Vogelmaler John Gould die ersten lebenden Exemplare nach England. Von ihm stammt auch die erste vollständige wissenschaftliche Beschreibung des Wellensittichs und der wissenschaftliche Name Melopsittacus undulatus.

Aufgrund der relativ problemlosen Haltung wurde der Wellensittich immer beliebter. Durch eine Vogelausstellung, die 1850 in Antwerpen stattfand, wurde er in ganz Europa bekannt. Noch im selben Jahr kamen die ersten Vögel nach Europa.

Die steigende Nachfrage nach Wellensittichen in ganz Europa machte es nötig, dass eine ständig wachsende Anzahl an Vögeln in Australien gefangen und per Schiff nach Europa gebracht wurde. Viele Vögel überlebten nicht einmal die Reise oder starben aufgrund der Strapazen sehr schnell nach ihrer Ankunft in Europa. Da die Wildfänge wegen der hohen Verluste sehr teuer waren, wurde immer öfter versucht, die Vögel zu züchten. Dies glückte allerdings erst, als man bemerkte, dass Wellensittiche Höhlenbrüter sind und ihnen entsprechende Bruthöhlen anbot. Die ersten Nachzuchten in Deutschland gelangen in Berlin 1855 der Gräfin von Schwerin.

Seit 1860 war der Wellensittich in allen zoologischen Gärten Deutschlands zu finden und hatte sich bereits als sehr beliebtes Haustier etabliert.

Da die Exporte von Wildfängen immer mehr zunahmen, erließ die australische Regierung 1884 ein striktes Exportverbot. Dieses gilt bis heute, obwohl der Wellensittich nicht zu den bedrohten Arten gehört.

In Europa sind zu dieser Zeit große Züchtereien entstanden, vor allem in Holland, Belgien und Frankreich, um den Bedarf an Wellensittichen zu decken. Manche dieser Betriebe hatten Bestandszahlen von mehreren zehntausend Vögeln.

Schon bald traten Farbmutationen auf. Die ersten gelben Wellensittiche gab es 1872, die ersten blauen 1878. Kurz darauf tauchten Lutinos und Gelbgesichter auf. Weitere Wellensittiche in unterschiedlichen Grün- und Blautönen folgten, ebenso weiße Vögel. Im 20. Jahrhundert tauchten die ersten Schecken auf. Inzwischen sind noch sehr viele andere Farbschläge bekannt.

Im 20. Jahrhundert wurden immer mehr Züchtervereine gegründet, deren Ziel es nicht mehr nur war, bestimmte Farbschläge zu erzielen, sondern das komplette Aussehen des Wellensittichs einem bestimmten Standard anzupassen und die Vögel dann auf Schauen zu präsentieren. Diese Wellensittiche werden daher Schauwellensittiche oder kurz Standards genannt. Eine seltenere Bezeichnung lautet englischer Wellensittich, da der Standard, wie die Vögel aussehen sollen, in England formuliert worden ist.

Das Aussehen der Wellensittiche hat sich in den etwa 200 Jahren ihrer Haltung als Ziervögel zwar mehr oder weniger verändert, die Beliebtheit ist aber geblieben. In Deutschland leben heute in etwa drei Millionen Haushalten Wellensittiche. Leider halten sich manche alten Vorurteile noch hartnäckig, wie z. B., dass nur einzeln gehaltene Vögel zahm werden. Auch werden noch viele Vögel in zu kleinen Käfigen und mit zu wenig Freiflug oder falscher Käfigeinrichtung gehalten. Glücklicherweise wollen heute immer mehr Vogelhalter ihren Wellensittichen ein weitestgehend artgerechtes Leben bieten. Hoffen wir für unsere gefiederten Freunde, dass sich diese moderne Form der Vogelhaltung immer mehr durchsetzt und mit den veralteten Vorstellungen aufgeräumt wird. Dies ist auch das Ziel des VWFD, der am 06.04.2002 gegründet wurde.