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Spike und ihr Urlaubsflirt

Spike und ihr Auserwählter

Vor einigen Jahren hatten wir ein Wellensittichpaar - beide schon ein paar Jahre älter und vom Leben gezeichnet. Als der Hahn starb, blieb die Henne Spike beinahe flugunfähig und mit Bürzeldrüsentumor allein zurück. Das sollte natürlich nicht so bleiben - doch sie brauchte einen älteren Partner, der sie nicht so sehr beanspruchen würde wie ein junges Tier und sich auch nicht langweilen würde, wenn Spike die ein oder andere Ruhepause mehr am Tag brauchen würde. Außerdem war Spike keine leichte Persönlichkeit - wo also einen passenden Partner her bekommen?

Durch Zufall kamen wir auf die optimale Lösung ... wir fuhren nach Ägypten und Spike in eine Urlaubspension: In die Pflegestelle des ansässigen Tierheims. Dort haben wir sie nach einem TA-Check zu den anderen setzen dürfen und sie hatte eine Woche Zeit sich unter der großen Anzahl potentieller Lebenspartner einen auszusuchen. Anscheinend schon am zweiten Tag war alles klar und die Liebe fürs Leben gefunden.

Gemeinsames Schreddern

So zogen nach dem Urlaub zwei Wellensittiche bei uns ein, die fortan nur noch im Doppelpack anzutreffen waren, - so innig war Spikes Beziehung mit ihrem ersten Partner nie. Den Albino-Hahn nannten wir Keiko und waren schnell in sein bezauberndes stilles und doch tiefgründiges Wesen genauso verliebt wie Spike. Keiko wachte über Spikes Ruhestunden und sie legte vertrauensvoll ihren Flügel über ihn.

Gemeinsam gruben sie Höhlen in meine Zeitschriften und Bücher - verbrachten Stunden schmusend in irgendwelchen Ecken. Selbst als Spike immer weniger fliegen konnte, wich Keiko nicht von ihrer Seite.

In Liebe und dunklen Ecken vereint

Während Spike vor Keiko sehr bewegungsfaul war, blühte sie nun richtig auf - Wenn Keiko seine Bahnen über ihr zog, lief sie auf der Erde jene Strecken,die ich sie früher immer tragen musste. Und war der Weg für Spike zurück zum Futternapf zu lang , sah man Keiko immer wieder hin und her fliegen, um ihr genügend Futter heran zuschaffen, damit sie dann – selbstverständlich nach einer ausgedehnten Schmuserunde – wieder genügend Energie für den Heimweg hatte.

In guten wie in schlechten Zeiten …

Keiko war ein stiller Vogel, dem man jedoch ansehen konnte, wie sehr er an seiner Spike hing und ihre Aufmerksamkeit genoss. Wie sein Leben vor dem Tierheim aussah, weiß ich nicht. Er trug noch nicht einmal einen Ring, als er von Spaziergängern gefunden wurde. Unsere Tierärztin schätzte sein „biologisches Alter“ auf über 8 Jahre. Keiko hatte weder durch seinen "Freigang" noch durch den Aufenthalt in der Pflegestelle Schaden genommen - er war immer ausgeglichen und liebevoll. Doch ich weiß, dass Spike und wir einen supertollen Lebensgefährten in ihm gefunden haben und ihn um nichts in der Welt wieder hergegeben hätten.

Leider war die Zeit mit ihm viel zu kurz und er verstarb nach knapp 2 Jahren in unserer Obhut. Einige Monate zuvor war Spike von uns gegangen und wir haben Keiko dann neben ihr unter einer Tanne in unserem Garten begraben.

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