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KÄfigEinrichtung

Ist ein geeigneter Käfig oder eine geeignete Voliere gefunden, so geht es anschließend daran, das neue Heim artgerecht einzurichten.

Äste und Sitzstangen

Natürlicher Sitzast

Die meisten handelsüblichen Käfige werden mit Stangen aus Kunststoff (geriffelt oder ungeriffelt) oder glattem Buchenholz verkauft. Beide Varianten sind für die Füße der Vögel ungeeignet, da, durch den immer gleichen Durchmesser der Stangen und ihre glatte Beschaffenheit, die Vogelfüße permanent in der gleichen Position die Stange umfassen und so auch immer dieselben Stellen der Füße belastet werden. Hierdurch kann es sehr schnell zu Fehlstellungen der Krallen und zu entzündlichen Ballengeschwüren kommen. Diese sind sehr schmerzhaft für den Vogel und können im schlimmsten Fall bis zur Amputation des Fußes führen. Zudem können sich an diesen Stangen die Krallen nicht abnutzen.

Bitte auf keinen Fall Sandpapierstangen verwenden! Da der Vogel mit den Füßen die Stange umfasst, wird mit dem Sandpapier die Fußsohle wie mit Schmirgelpapier abgeschliffen, sodass nach kurzer Zeit der Vogel nur noch unter Schmerzen sitzen kann.

Für den Vogelkäfig sollten in erster Linie Naturäste in verschiedenen Stärken gewählt werden, damit die Füße immer wieder andere Stellungen einnehmen können und so die Fußmuskulatur gefordert wird.

Geeignet sind z. B. Äste von:

  • Obstbäumen
  • Ahorn
  • Birken
  • Buchen
  • Erlen
  • Eschen
  • Espen
  • Haselnuss
  • Lärchen
  • Linden
  • Pappeln
  • Platanen
  • Ulmen
  • Weiden

Nicht geeignet, wegen ihrer giftigen Anteile, sind die Äste der Eiben. Ebenfalls ungeeignet, aufgrund des Harzes und der darin enthaltenen ätherischen Öle, sind die Äste von Nadelbäumen.

Bitte darauf achten, dass die Äste von ungespritzten Bäumen, abseits von viel befahrenen Straßen, stammen.

Y-Ast, angeschraubt

Zur Befestigung der Äste im Käfig gibt es im Zoofachhandel spezielle Asthalter. Meist reicht es aber schon, die Äste zwischen die Gitter zu klemmen und bei Bedarf mit einer Baumwollschnur oder einem Kabelbinder zu fixieren. Man kann auch die Astenden so spalten, dass sie zwischen die Käfiggitter geklemmt werden können.
Der Zoofachhandel bietet ebenfalls Naturäste an, oftmals in gegabelter Form. Bei entsprechender Dicke der Äste, auch mit Schraube, Mutter und Unterlegscheiben versehen, sodass sie problemlos am Käfiggitter befestigt werden können.
Ebenfalls im Handel erhältlich sind Klötzchen aus Mangrovenholz, Baumwollsitzstangen und Sitzbrettchen. Letztere sind besonders geeignet für gehandicapte, und /oder übergewichtige Vögel, oder solchen mit Fußproblemen.

Da die Rinde der Korkeiche (erhältlich meist in der Terrarienabteilung im Zoofachhandel, als Platten oder Röhren) von den Wellensittichen sehr gerne angenommen wird, kann sie auch im Käfig Verwendung finden. Korkröhren und -platten stellen gleichzeitig eine gute Beschäftigungsmöglichkeit dar, denn die meisten Wellensittiche lieben es, die Rinde zu zernagen. Bei den Korkröhren sollte darauf geachtet werden, dass sie nicht zu eng sind, da dunkle Höhlen für jede Sittichhenne eine Einladung zum Brüten darstellen.

Bitte beachten: Nach dem Kauf einer Korkröhre oder –platte diese unbedingt mit kochendem Wasser kräftig säubern und anschließend in den Backofen legen (ca. 150 Grad, ca. 15 Minuten), damit eventuelle Keime, Milben, Pilzsporen und Kleinlebewesen abgetötet werden.

Alle Äste, Stangen, Brettchen usw. vor dem Anbringen im Käfig oder in der Voliere gründlich mit heißem Essigwasser reinigen und anschließend trocknen lassen! Sie sollten dann so angebracht werden, dass die Vögel noch genügend Freiraum haben, um kurze Strecken dazwischen fliegen zu können. Außerdem sollte darauf geachtet werden die Sitzstangen so anzubringen, dass die Wellensittiche die unteren Stangen nicht verschmutzen können.

Einstreu

Buchenholzgranulat

Als Einstreu für den Käfigboden eignen sich neben Vogelsand auch Buchenholzgranulat, Maiseinstreu, Heu oder einfach Küchenpapier. Wird kein Sand mit Grit verwendet, dann den Grit, der wichtig für die Zerkleinerung der Nahrung im Vogelmagen ist, bitte separat anbieten.
Sandpapier darf nicht genommen werden. Der darin enthaltene Klebstoff kann für Wellensittiche, wenn sie das Papier zernagen und verschlucken, gefährlich werden. Auch gedüngte Garten- oder Blumenerde ist als Einstreu völlig ungeeignet.

Ergänzungsmittel

Zur ausreichenden Aufnahme von Mineralien und Jod, aber auch zum Wetzen des Schnabels, sollten ein Jodpickstein und ein Mineralblock oder –stein am Käfiggitter angebracht werden. Zur Deckung des Kalkbedarfs und zum Schnabelwetzen darf eine Sepiaschale nicht fehlen. Sie sollte allerdings vor dem Anbringen in den Käfig ordentlich gewässert und danach einige Stunden zum Trocknen ausgelegt werden, damit das überschüssige Meersalz ausgewaschen wird.

Futter- und Trinknäpfe

Gefährliche Näpfe

Das Futter und Wasser kann in Edelstahl- oder Plastiknäpfen, die innerhalb des Käfigs ins Gitter eingehangen werden, angeboten werden. Für das Futter können auch flache Keramikschalen oder flache glasierte Tonschalen auf den Käfigboden gestellt werden.
Vorsicht ist bei durchsichtigen Plastiknäpfen geboten, die von außen am Käfig angebracht werden. Manche Wellensittiche pressen sich in diese Näpfe hinein und können sich nicht mehr ohne menschliche Hilfe daraus befreien. Auch bei den oben offenen Futterspendern (s. Bild) lauern Gefahren. Wenn das Futter nicht nachrutscht und der Vogel trotz gefülltem Spender nicht an die Körner kommen kann, muss er im schlimmsten Fall hungern. Weiterhin kann es wie auf dem Bild passieren, dass der Vogel sich in die obere Öffnung zwängt, um ans Futter zu kommen und sich aus dieser Lage nicht mehr selbständig befreien kann. Die Futternäpfe können hier zur tödlichen Falle werden!

Gefährliche Näpfe

Manche Vogelhalter stellen auch Nagertränken als Trinkgefäße zur Verfügung. Diese sollten allerdings nur verwendet werden, wenn auch wirklich alle Wellensittiche damit zurechtkommen. Bei Futter und Wasser in Näpfen oder Schalen muss immer darauf geachtet werden, dass es nicht durch den herabfallenden Kot der Vögel verunreinigt werden kann!

Das Trinkwasser sollte täglich, besser zweimal am Tag, gewechselt werden, damit es immer frisch ist und so einer Keimbildung vorgebeugt wird. Es wird empfohlen, die Trinkgefäße täglich mit heißem Wasser, ggf. mit einem Schuss Essig, zu säubern und bis zur Wiederverwendung einige Stunden lang austrocknen zu lassen, um auch hier eine Keimbildung zu verhindern.

TIPP: Am Besten Futter- und Trinkgefäße gleich in doppelter Ausführung einkaufen!

Das Futter bitte täglich wechseln. Und nicht davon irritieren lassen, dass der Futternapf eventuell noch voll aussieht. Es könnten alles Spelzen, also lediglich Körnerhülsen, sein!

Spielzeug

Der Handel bietet eine große Auswahl an Spielzeug für Wellensittiche an, wobei nicht alles für die Vögel geeignet ist.

Plastikvögel und Spiegel gehören nicht in den Wellensittichkäfig!
Leider werden noch immer die meisten Käfige damit ausgestattet und bei vielen Menschen hält sich hartnäckig das Klischee, dass diese beiden Dinge zu einem Wellensittich gehören. Das Gegenteil ist der Fall. Der Wellensittich sieht im Plastikvogel oder im Spiegel einen vermeintlichen Artgenossen, den es zu füttern gilt. Da dies jedoch nie gelingt, versucht er es ständig erneut und würgt dabei immer wieder Futter hoch. Durch dieses Fehlverhalten kann es nach einiger Zeit beim fütternden Wellensittich zu einer Kropfentzündung kommen. Wird diese nicht erkannt und medizinisch behandelt, kann sie tödlich verlaufen!
Plastikvögel und Spiegel wurden von der Deutschen Tierärztevereinigung als tierschutzwidrig eingestuft!
Zudem ist es ein trauriger Anblick, wenn der Wellensittich versucht, den Spiegel oder Plastikvogel zu füttern, sich damit zu unterhalten, oder der männliche Wellensittich sie vergeblich anzubalzt und sich paaren möchte.

Holzspielzeug

Bei jedem Spielzeug gilt es zu prüfen, ob eine potenzielle Verletzungsgefahr für die Vögel besteht, d. h., ob sie sich an scharfen Kanten verletzen können (z. B. Schweißnähte bei Plastikspielzeug), ob sich die Füße schnell einklemmen oder verfangen können usw. Bei Ringen, die gekauft werden, sollte der Durchmesser nicht zu klein sein, damit der Vogel nicht stecken bleiben kann.
Bei Seilen, Ringen und Spiralen aus Baumwolle oder Sisal sollte darauf geachtet werden, dass keine losen Enden vorhanden sind, in denen sich die Wellensittiche mit ihren Krallen verfangen oder sich sogar strangulieren können. Im Zweifelsfall sollte zur Schere gegriffen und diese losen Enden abgeschnitten werden. Aus diesem Grund, die bespielten Seile immer wieder auf Fäden- oder Schlaufenbildung kontrollieren, und rechtzeitig abschneiden!

Ansonsten können die meisten im Handel angebotenen Spielsachen verwendet werden. Dazu gehören Gitterbälle, Glöckchen, Kletterringe, Leitern und Schaukeln (mit Naturästen) usw. Oft wird man auf der Suche nach Spielzeug auch in der Nagerabteilung des Zoofachhandels fündig! Zum Anbieten von Gemüse und Obst gibt es geeignete Klammern, die im Gitter eingehangen werden, oder auch spezielle Fruchthalter bzw. Obstspieße zum Anbringen von Frischkost.

Eine Bademöglichkeit darf auf keinen Fall fehlen. Da die Badehäuser aus Kunststoff zum Einhängen oft nicht angenommen werden, empfiehlt sich alternativ, eine flache Schale mit Wasser aufzustellen und etwas Salat oder anderes Grünzeug hineinzulegen.
Zusätzlich kann eine Blumenspritze, mit lauwarmem Wasser gefüllt, zum Einsatz kommen. Die Vögel möglichst nur indirekt von oben anspritzen. Nach jedem Gebrauch muss die Blumenspritze entleert und gereinigt werden, um Bakterien- und Schimmelpilzbelastungen vorzubeugen. Anschließend gründlich trocknen lassen.

Beliebt sind bei den meisten Wellensittichen auch selbst gebastelte Spielsachen aus Naturmaterialien, wie z. B. Kokosnüssen. Eine halbe Nussschale als Schaukel aufgehängt oder an der Käfigwand befestigt, weckt die Neugier und lädt zur Beschäftigung ein.
Der Kreativität bei selbst gebasteltem Spielzeug sind, außer den oben aufgeführten Sicherheitsregeln, keine Grenzen gesetzt. Bei allem, was verwendet wird, auf naturbelassene Materialien achten (so sind z. B. Seile aus dem Baumarkt ungeeignet, da sie, um witterungsbeständig zu sein, mit Chemikalien behandelt werden).

Bilder und Bastelanleitungen von weiteren Spielsachen

Einkaufsliste für die Käfig- und Erstausstattung