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Aussenvoliere

Wenn einen das Welli-Fieber so richtig fest im Griff hat, kommt irgendwann der Gedanke auf, eine Außenvoliere zu bauen oder bauen zu lassen. Dabei gilt es jedoch eine Menge Dinge zu beachten.
Schon vor dem Baubeginn sollte man sich bei der zuständigen Baubehörde erkundigen, ob und ab welcher Größe eine Voliere genehmigt werden muss. Da die entsprechenden Vorgaben von Bundesland zu Bundesland, ja sogar von Ort zu Ort, verschieden sein können, kann man zu diesem Punkt keine allgemeingültige Aussage machen.
Des weiteren sollte man sich vorher das Einverständnis der Nachbarn schriftlich einholen. Nicht jedem gefällt es, im Sommer morgens um 6.00 Uhr von einer munteren und lauten Sittichschar aus dem Schlaf gerissen zu werden. Und nichts ist enttäuschender als sich erst über die neue Voliere zu freuen und dann Ärger mit den Nachbarn zu haben.

Die Voliere:

Außenvoliere

Sind diese Punkte geklärt, steht dem Baubeginn nichts mehr im Wege. Für die Errichtung gibt es zwei Möglichkeiten: eine komplette Konstruktion aus Metall oder eine Holzkonstruktion.
Es gibt mittlerweile viele Hersteller, die fertige Bauelemente für Innen- und Außenvolieren aus Edelstahl oder aus verzinktem Stahl anbieten. Edelstahl ist zwar teurer, aber auf jeden Fall die bessere Wahl, da bei einer schlecht verarbeiteten Verzinkung Vergiftungsgefahr besteht. Entscheidet man sich doch für eine verzinkte Konstruktion, so ist es wichtig, dass das Material keine Zinknasen hat, die die Vögel ab- oder anknabbern könnten. Dasselbe gilt auch für jeden Volierendraht. Als Maschenweite ist für Wellensittiche ein Abstand von ca. 10-12 mm zu empfehlen.
Eine Holzkonstruktion hat den Vorteil, dass sie auch von Heimwerkern leicht erbaut werden kann. Zu empfehlen sind hier harte Holzarten, wie Buche oder Eiche. Lärchenholz ist ebenfalls sehr gut geeignet und muss nicht mehr nachbehandelt werden. Diese Hölzer haben auch den Vorteil, dass sie einem nagewütigen Wellischnabel standhalten. Nadelholz ist aufgrund fehlender Witterungsbeständigkeit nicht zu empfehlen.
Um Holz gegen die Witterung zu imprägnieren ist eine Vorbehandlung z. B. mit einer ungiftigen Lasur, Wachs oder Öl notwendig. Dabei sollte man unbedingt auf ungiftige Materialien zurückgreifen und sich im Fachhandel beraten lassen. Als Dach für die Voliere kann man entweder eine offene Konstruktion mit Volierendraht wählen, oder ein geschlossenes Dach aus Wellplatten, damit kein Kot von Wildvögeln in die Voliere fallen kann. Gleichzeitig bietet eine geschlossene Konstruktion den Wellensittichen Schutz gegen Greifvögel von oben.
Gegen seitliche Angriffe durch Katzen oder Wildtiere ist eine doppelte Verdrahtung der Volierenwände zu empfehlen, vor allem wenn man viele Vögel hat, die am Gitter hängend schlafen. Je nach Lage der Voliere kann man auch die Schlagwetterseite mit durchsichtigen Kunststoffplatten schützen.
Um zu verhindern, dass Wildtiere die Voliere untergraben und so an die gefiederten Bewohner kommen, sollten die Fundamente ausreichend tief in den Boden gehen. Aus baulichen Gründen (Frostfreiheit) wird eine Tiefe von ca. 80 cm empfohlen.
Den Boden kann man einfach pflastern oder aber Fliesen auf einer Betonplatte verlegen. Beides hat den Vorteil, dass man den Boden zur Reinigung einfach mit dem Gartenschlauch abspritzen kann. Wer handwerklich begabt ist kann auch einen Bodenablauf einbauen oder seinen Vögel eine Badegelegenheit in der Voliere einbauen.
Eine anschauliche Beschreibung mit hilfreichen Tipps zum Bau einer Gartenvoliere gibt es hier: Wellicastle

Das Schutzhaus:

Außenvoliere

Gerade wenn die Vögel ganzjährig draußen bleiben sollen, benötigen sie ein gut isoliertes, besser sogar beheiztes Schutzhaus; außerdem ist für eine ausreichende Beleuchtung zu sorgen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein fertiges Holzhaus oder ein gemauertes Gartenhaus handelt. Hauptsache ist, dass es den Wellensittichen Schutz gegen Wind und Wetter bietet.
Es empfiehlt sich im Schutzhaus auch eine Schleuse abzuteilen, um von dort aus die Voliere betreten zu können, ohne dass die Gefahr besteht, dass ein Vogel durch die offene Tür entwischt. Sollte man dann noch Platz überhaben, kann man im Schutzhaus auch noch ein Waschbecken und einen Futterschrank unterbringen.
Als Verbindung zwischen der Voliere und dem Schutzhaus genügt den Vögeln eine Einflugklappe, die der Größe ihrer Bewohner angepasst sein sollte und die man nötigenfalls verschließen kann. Als Landehilfe kann man zu beiden Seiten kleine Brettchen anbringen.

Was ist zu beachten:

Um Nachts unerwünschte Besucher zu vertreiben und als Hilfe bei Panikattacken ist die Anbringung einer Lampe mit Bewegungsmeldern an den Außenseiten der Voliere zu empfehlen.
Bei der Umsetzung der Wellensittiche sollte man berücksichtigen, dass man reine Wohnungsvögel auf keinen Fall in der kalten Jahreszeit nach draußen setzen sollte. Man sollte damit warten, bis die Nachttemperaturen nicht mehr unter 10°C absinken, so dass sich die Tiere langsam an den Temperaturunterschied und die Witterung gewöhnen können. Auch wer seine Vögel dauerhaft in einer gut geschützten Außenvoliere halten möchte, sollte für kranke Vögel immer einen geeigneten Platz im Haus haben.
Besonders wenn die Vögel in der kalten Jahreszeit erkranken und einige Zeit nicht in der Außenvoliere waren (z. B. wegen eines längeren Aufenthaltes in einer Tierklinik), können sie oft wegen des Gefiederwechsels nicht direkt wieder zurückgesetzt werden.