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Reinigung und Hygiene

Für die Reinigung der Behausung und des Vogelzubehörs gibt es kein Patentrezept. Je nachdem, wie schnell die Sachen verschmutzen, sollten sie entsprechend gesäubert werden. Die Stärke der Verschmutzung hängt von vielen Dingen ab, z. B. der Anzahl der Vögel und der Größe des Areals, in dem die Wellensittiche sich als Schmutzfinken versuchen. Da aber immer wieder gefragt wird, wie oft man diese Sachen reinigen sollte, versuchen wir hier ein paar Anhaltspunkte zu liefern.

Näpfe

Es ist sehr wichtig, alles, was mit Wasser in Berührung kommt, täglich gründlich zu reinigen. Daher ist es empfehlenswert, Wassernäpfe in doppelter Ausführung zu haben, sodass man beide abwechselnd verwenden kann. Während der Eine im Käfig hängt, kann der Andere nach Benutzung mit heißem Wasser ausgewaschen werden und bis zum nächsten Tag komplett durchtrocknen. Dieses Verfahren ist besonders geeignet, wenn die Vögel mit Trichomonaden infiziert sind, denn diese Einzeller, die sich im Kropf festsetzen und eine Entzündung auslösen können, überleben nur im feuchten Milieu und sterben an der Luft ab. Aber auch zur Vorbeugung gegen Trichomonaden oder Bakterien, die sich im Wasser vermehren, hilft das Durchtrocknen der Näpfe. Gleiches gilt für Badewannen oder Ähnliches.

Schneller als in normalem Leitungswasser vermehren sich Bakterien, wenn dem Trinkwasser ein Vitaminpräparat zugegeben wurde. Das Wasser sollte entsprechend oft, also zwei Mal am Tag, gewechselt werden.

Gut aufpassen sollte man ebenfalls bei der Gabe von feuchtem Futter wie Obst, Gemüse, Keim- und Eifutter. Aufgrund des hohen Wasseranteils können sich hier ebenfalls schnell Bakterien bilden. Zusätzlich kommt in der warmen Jahreszeit noch verstärkt die Gefahr des Schimmelns hinzu. Frischfutter sollte daher rechtzeitig entfernt und die Näpfe immer gründlich gereinigt werden.
Von Zeit zu Zeit ist es sinnvoll, die Näpfe mit Essig zu reinigen, um Kalkablagerunden zu verhindern.

Äste

Die Äste, die man in der Natur sammelt, um sie dann als Sitzstangen zu verwenden, sind natürlich meist nicht völlig sauber. Man sollte schon beim Sammeln darauf achten, nicht völlig verschmutzte Äste, z. B. mit dem Kot von Wildvögeln, mitzunehmen. Ältere Äste, die schon länger auf dem Boden liegen, bergen die Gefahr von roten Vogelmilben. Diese halten sich bevorzugt unter der Borke auf und sind extrem schwer wieder loszuwerden, sind erst mal die Wellis und deren Umgebung damit befallen. Besser geeignet sind daher frische Äste direkt vom Baum.

Zuhause angekommen kann man die Äste für einige Minuten in den Backofen legen, unbedingt notwendig ist das aber nicht. Normalerweise reicht es völlig aus, die Äste in der Badewanne mit heißem Wasser abzuwaschen und zusätzlich mit einer Bürste etwas zu schrubben. Sollten trotzdem noch ein paar Moose oder Flechten am Ast zurückbleiben, so ist das nicht weiter schlimm; die Vögel werden sich über die zusätzliche Knabbermöglichkeit sogar freuen. Gleiches gilt für gekaufte Korkröhren.

Auf keinen Fall sollten die Äste mit Desinfektionsmitteln behandelt werden, denn diese können in das Holz einziehen. Knabbern die Wellensittiche dann an den Ästen, schlucken sie unter Umständen Reste des Mittels, was nicht gut für sie ist.

Verunreinigungen durch Kot auf den Sitzstangen sollten regelmäßig entfernt werden. Übertriebene Hygiene ist nicht nötig, es muss also nicht jedes Kotbällchen sofort abgewischt werden. Zu stark sollte die Verschmutzung natürlich nicht sein, eine Kruste aus getrocknetem Kot sollte nicht entstehen.

Käfig / Voliere

Reinigung mit feuchtem Tuch

Auch der Käfig, oder die Voliere, sollten regelmäßig gesäubert werden. Oft bietet es sich an, ein Mal pro Woche eine Grundreinigung durchzuführen. Dabei sollte die Einstreu gewechselt und der Boden, die Käfigwanne und das Gitter von Kotresten befreit werden. Desinfektionsmittel sind nicht nötig, man kann dem Putzwasser aber Essig hinzufügen, welcher ebenfalls eine antibakterielle Wirkung hat, aber unschädlich für die Vögel ist.

Leidet ein Vogel an einer Infektionskrankheit, kann man bei der Reinigung des Käfigs auf Desinfektionsmittel zurückgreifen, um alle ausgeschiedenen Keime zu beseitigen. Allerdings sollte der Einsatz zuvor mit dem Tierarzt besprochen werden, dieser wird auch geeignete Mittel empfehlen können. Sie sollten nach der Einwirkzeit wieder gründlich mit viel klarem Wasser abgespült werden. Es bietet sich ebenfalls an, den Krankenkäfig mit Plastikstangen auszurüsten, da diese besser desinfiziert werden können.

Zimmer

Reinigung mit Staubsauger

Das Zimmer, in dem die Wellensittiche stehen und ihren Freiflug bekommen, sollte regelmäßig von Federn, Körnerhülsen und Kot befreit werden. Bei Teppichböden kommt am einfachsten der Staubsauger zum Einsatz. Getrockneter Kot lässt sich gut absaugen. Glatte Böden können gewischt werden, wodurch der Kot ebenfalls gut entfernt werden kann, vor allem, wenn man ihn zunächst einige Minuten einweichen lässt und ggf. hartnäckige Reste mit z. B. einem Kochfeldschaber löst (bei kratzfesten Böden). Desinfektionsmittel sind nicht nötig, man kann auch hier dem Putzwasser etwas Essig oder auch Neutralreiniger zugeben.