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Woran erkennt man gutes KÖrnerfutter?

Körnerfutter

Das Hauptnahrungsmittel der Wellensittiche ist Körnerfutter.
Es ist daher sehr wichtig auf entsprechend gute Qualität zu achten.

Der Handel bietet eine Vielzahl an Futtersorten, fast jede Supermarktkette hat eine eigene Hausmarke, die eine ist etwas preiswerter, die andere teurer. Woran erkennt man nun eigentlich, welches Futter gut ist?

Markenfutter aus Supermarkt und Zoohandel

Als erstes sollte man auf die Inhaltsstoffe achten. Vielen fertigen Futtermischungen aus Supermarkt oder Zoohandel sind Zusätze beigemischt, die ein Vogel nicht braucht.

Dazu gehören die Bäckereierzeugnisse, d.h. die Reste, die eine Bäckerei nicht mehr zu Brot oder einem anderen Produkt verarbeiten kann. Hier ist oft Zucker oder auch Salz enthalten, was für den Vogel schädlich ist. Bäckereierzeugnisse sind ebenso wie pflanzliche Nebenerzeugnisse, d.h. pflanzlicher Abfall, Stiele und Blätter, einfach nur billige Auffüller, aus denen der Vogel kaum Nährstoffe erhält.

Frisch schmeckt es am besten

Manche Futtersorten enthalten auch Molkereiprodukte. Den darin enthaltenen Milchzucker können Wellensittiche jedoch nicht verdauen, da ihnen das zuständige Enzym fehlt. Milchprodukte können daher, bis auf wenige Ausnahmen, sogar zu Durchfall führen und gehören nicht in eine Futtermischung.

Manchmal werden dem Futter auch kleine, bunt gefärbte Kügelchen zugesetzt, die die Wellensittiche angeblich mit allen Vitaminen versorgen. Dem ist aber nicht so, da die Vögel diese Kügelchen oft nicht fressen. Die beste Vitaminversorgung bieten frisches Obst und Gemüse.

Damit die Körner schön glänzen, werden sie mit einer dünnen Ölschicht überzogen. Oft ist dem Futter auch Honig zugesetzt, der die Vögel aber dick machen kann.

Ein weiteres Problem bei Supermarktfutter kann darin bestehen, dass es schon sehr lange dort steht und daher nicht mehr frisch ist. Je älter die Körner sind, desto weniger Vitamine enthalten sie. Als Frischetest kann man das Futter keimen lassen, die Anleitung dazu findet man hier.

Loses Futter aus dem Zoohandel

Eine andere Alternative bietet loses Futter, das oft im Zoofachhandel angeboten wird. Hier kann man schon vor dem Kauf sehen, was im Futter enthalten ist und wie es riecht. Das bietet schon einen ersten Anhaltspunkt für die Frische, denn altes Futter riecht leicht muffig. Dieses Futter hat normalerweise keine unnötigen Zusätze und wird auch nicht lange gelagert, da die angebotenen Mengen nicht so groß sind und daher schnell aufgebraucht und wieder frisch nachgefüllt werden.

Die offene Lagerung stellt jedoch oft ein Problem dar. Da jeder die Möglichkeit hat das Futter anzufassen, können leicht Keime hineingelangen. Ebenso können sich durch die offene Lagerung Lebensmittelschädlinge, wie Futtermotten, im Futter ansiedeln.

Gutes Futter, von klein auf

Körnerfutter aus Internetshops

Eine dritte Möglichkeit Körnerfutter zu beziehen bieten Internetshops. Hier sind die Futtermischungen normalerweise auch ohne unnötige Zusatzstoffe und wegen der richtigen Lagerung und der großen Abnehmerzahl auch frisch.

Oft können auch Einzelsaaten bestellt werden, mit denen man die normale Körnermischung noch den individuellen Bedürfnissen anpassen kann, z.B. kann man fettarme Saaten zum Strecken des Futters nehmen, wenn die Wellensittiche etwas zu dick sind.

Welche Körner sollten enthalten sein?

Das Futter sollte zu 25 – 50% aus Kanariensaat, auch Spitzkornsaat oder Glanz genannt, bestehen. Über die genaue Menge gehen die Meinungen auseinander. Weitere Bestandteile sind verschiedene Hirsesorten wie Silber-, Plata- und Senegalhirse. Ölhaltige Saaten sollten insgesamt nicht mehr als 5 % ausmachen, hierunter fallen z.B. Leinsaat, Hanf, Sesam, Mohn und Negersaat. Außerdem kann man dem Futter Wildsamen, Grassamen, wobei hier die Knaulgrassamen sehr beliebt sind, Hafer, Weizen, und noch einige andere Saaten beimischen.

Futtermischungen

Einfache Basisfuttermischung

Für 2000g Futter.

  • 500g Kanariensaat (= 25 %)
  • 500g Silberhirse (= 25 %)
  • 400g La-Plata- oder Rispenhirse (= 20 %)
  • 200g Senegal-, Manna- oder Mohairhirse (= 10 %)
  • 200g Japanhirse (= 10 %)
  • 100g Marokko- oder Bluthirse (= 5 %)
  • 100g Haferkerne (= 5 %)

Reduzierte Mischung (bei Übergewicht und Lebererkrankungen)

von Gabi (Forums-Nick: „albmaid“)

Für 2000g Futter

  • 800g Hirsemischung, z. B. aus La-Plata-Hirse oder Gelbe Hirse, Silberhirse, Rote Hirse, Marokkohirse, Japanhirse, Mannahirse, Senegalhirse (= 40 %)
  • 500g Kanariensaat (= 25 %)
  • 400g Grasmischung (= 20 %)
  • 100g Nackthafer (= 5 %)
  • 30g getrocknete Kräuter und Blüten (= 1,5 %)
  • 130g sonstige (fettarme) Sämereien, z. B. Vogelknöterich*, Delichia, Alfalfa, Buchweizen*, Granatapfelkerne, Wicken, Quinoa, Spinat, (= 6,5 %)
  • 40g Mariendistelsamen* (= 2 %)

Mariendistelsamen haben einen Fettgehalt von ca. 25%. Da ihre positive Wirkung auf die Regeneration der Leber jedoch bekannt ist, wird sie auch in der Diätmischung aufgeführt. Selbstverständlich kann man sie weglassen - dann erhöht man einen der anderen Bestandteile entsprechend. Für Lebererkrankte empfiehlt es sich dann nach Absprache mit einem vogelkundigem Tierarzt/Tierheilpraktiker ein Mariendistelsamenextrakt oder das homöopathische Mittel zu verabreichen.

Die "All Inclusive"-Futtermischung

von Gabi (Forums-Nick: „albmaid“)

Für 2000g Futter.
Der Anteil der fettreichen Saaten liegt hier unter 5 %, vorausgesetzt die Wildsamenmischung ist nicht fettreicher.

  • 800g Hirsemischung, z. B. aus La-Plata-Hirse oder Gelbe Hirse, Silberhirse, Rote Hirse, Marokkohirse, Japanhirse, Mannahirse, Senegalhirse (= 40 %)
  • 500g Kanariensaat (= 25 %)
  • 300g Grasmischung oder Knaulgras pur (= 15 %)
  • 100g Wildsamenmischung** (= 5 %)
  • 100g Nackthafer (= 5 %)
  • 30g getrocknete Kräuter und Blüten (= 1,5 %)
  • 40g Mariendistelsamen* (= 2 %)
  • 40g ölhaltige Samen, Mischungen oder pur, z. B. Perillasaat, Salatsamen schwarz oder weiß, Nachtkerzensamen, Negersaat, Leinsamen (= 2 %)
  • 90g sonstige Sämereien, z. B. Haferkerne, Vogelknöterich*, Gurkenkerne, Fenchelsamen, Dillsamen, Zichorie, Delichia (= 4,5 %)

*die Körner sind sehr hart und können von vielen Wellensittichen nicht geknackt werden. Um zu vermeiden, dass die ganzen Körner verschluckt werden, empfehlen manche Tierärzte, die Samen grob zu mahlen.

**die im Handel erhältlichen Wildsamenmischungen variieren sehr stark in ihrer Zusammensetzung. Oftmals sind ölhaltige Sämereien im Übermaß enthalten. Manchmal wird der Gesamtfettanteil gedrückt, indem viel Grassamen beigemischt wird. Wer sich bzgl. der Zusammensetzung der Wildsamenmischung nicht sicher ist, reduziert sie lieber auf 2% oder streicht sie komplett und erhöht entsprechend den Anteil der Kanariensaat oder der unter "sonstige Sämereien" genannten Saaten.

Futtermischungen als PDF zum Ausdrucken.

Die richtige Lagerung des Futters

Das Futter sollte kühl und trocken aufbewahrt werden, damit es lange frisch bleibt und die Nährstoffe erhalten bleiben. Die Behälter in denen das Futter gelagert wird, sollten gut zu verschließen sein, allerdings nicht luftdicht, da sich sonst schnell Schimmel bilden kann. Gut geeignet sind Plastik- oder Blechdosen, aber auch Papierkartons oder –säcke. Hier können allerdings schneller Schädlinge an das Futter gelangen.

Man sollte nicht zu viel Futter auf einmal kaufen, damit es nicht so lange liegen bleibt und Nährstoffe verliert. Möchte man aber trotzdem eine größere Menge holen, kann man die Körner auch einfrieren. Beim Auftauen darf sich kein Wasser an den Körnern absetzen, da sich sonst schnell Schimmel bilden kann. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Körner beim Verfüttern nicht mehr kalt sind.

Wann sollte man das Futter entsorgen?

Es kann mitunter passieren, dass das Futter, das man Zuhause hat, nicht mehr gut ist und daher nicht mehr verfüttert werden kann. Dies ist der Fall, wenn die Körner aufgrund falscher Lagerung schimmelig geworden sind. Dieser Schimmel kann zu Krankheiten bei den Vögeln führen, genau wie Futter, das mit Pilzsporen belastet ist.

Ist das Futter alt oder überlagert, sollte es auch nicht mehr verfüttert werden. Das stellt man mit der Keimprobe fest. Nur wenn mehr als 60% der Körner keimen, bietet das Futter den Wellensittichen genug Nährstoffe.

Ebenso sollte dass Futter nicht mehr gegeben werden, wenn sich Schädlinge wie Lebensmittelmotten, Getreidekäfer oder Futtermilben im Futter befinden. Die Ausscheidungen der Schädlinge können zu Krankheiten führen.

Larve der Dörrobstmotte

Dass die Larven der Lebensmittelmotten im Futter sind, erkennt man daran, dass einige Körner durch dünne Spinnfäden miteinander verbunden sind. Die Motten befallen auch andere Lebensmittel und sind nur sehr schwer wieder loszuwerden.

Die Larven der Kornkäfer sind weiß und ca. 2 mm lang. Sie fressen die Körner von innen auf und verpuppen sich in dem entstandenen Hohlraum. Nach einer Woche schlüpfen die braunen bis schwarzen Käfer, die auch andere Lebensmittel befallen können und ihre Eier dort ablegen.

Futtermilben sehen aus wie weißer Staub, die einzelnen Milben sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Sie können beim Wellensittich zu Verdauungsstörungen und zu Allergien führen. Erkennen kann man die Milben, indem man eine grüne Flasche in das Futter stellt, auf die sich die Milben setzen. Es ist auch möglich über Nacht einen kleinen Haufen Futter auf einer festen Unterlage aufzutürmen. Ist der Berg am nächsten Tag eingefallen, waren die Milben am Werk. Befallenes Futter riecht ebenfalls muffig.