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Quell- und Keimfutter

Das schmeckt

Quell- und Keimfutter eignet sich gut als Ernährung für kranke Vögel, da es weicher und somit besser zu verdauen ist. Aber auch für gesunde Wellensittiche ist Keimfutter ein leckerer Vitamin- und Proteinlieferant, besonders wenn sie sonst nicht so gerne Obst und Gemüse mögen.

Wegen der hohen Feuchtigkeit sollte es möglichst nur frisch zubereitet gegeben und nicht zu lange angeboten werden. Es sollte den Vögeln maximal 3-4 Stunden zur Verfügung stehen, da sich besonders an warmen Tagen schnell Schimmel bilden kann, der für die Vögel gefährlich ist. Eine Lagerung im Kühlschrank ist für 2-3 Tage möglich. Vor dem Verfüttern sollten die Körner gut abgewaschen und auf Zimmertemperatur gebracht werden.

Keimfutter ist sehr proteinreich und wird daher gern während der Brutsaison als Energielieferant zugefüttert. Außerhalb der Brutzeit oder wenn man nicht züchten will, muss man sehr genau beobachten, ob die Wellensittichhennen nicht in gesteigerte Brutstimmung kommen. In diesem Fall sollte man das Keimfutter rationieren.

Verschieden Keimlinge vermischt mit Gemüsestückchen

Nicht alle Körner eignen sich zur Keimfutterherstellung. Gute Erfolge erhält man u.a. mit Weizen, Hirse, Gerste, Mungbohnen, Hafer (ungeschält), Dari und Kardi. Im Handel sind oft schon fertige Mischungen erhältlich. Normales Vogelfutter kann auch genommen werden, allerdings enthält dieses oft geschälten Hafer, der sich nicht zur Zubereitung von Keimfutter eignet. Wenn dieser entfernt wird, kann man durch die Keimfutterprobe feststellen, ob das gekaufte Vogelfutter noch gut ist. Keimen fast alle Körner ist das Futter frisch, keimen nur wenige ist es schon älter oder wurde falsch gelagert.Es sollte dann nicht mehr verfüttert werden.

Als Mengenangabe kann man einen Teelöffel Körner pro Vogel rechnen. Zusätzlich kann man dem Keimfutter noch geraspeltes Obst und Gemüse oder Kräuter zufügen. Pulverpräparate, z. B. Kieselerde, Lactobazillen oder Vitaminmischungen halten auf dem etwas feuchten Keimfutter besser als auf trockenen Körnern.

Sollte das Keimfutter muffig riechen, bitte nicht mehr verfüttern, denn dann kann sich schon der erste Schimmel gebildet haben. Man darf allerdings nicht die feinen Härchen an den Wurzeln mit Schimmel verwechseln.

Ganz besonders ist auf die Hygiene zu achten. Nach jeder Herstellung von Keimfutter sollten die benutzten Geräte gründlich mit Essig oder Zitronensaft gereinigt werden und mindestens einen Tag durchtrocknen.

Zubereitung von Keim- oder Quellfutter:

verschieden Sämereien beim Einweichen

Um Keim- oder Quellfutter herzustellen, muss man die Körner zuerst gründlich waschen und dann, am besten über Nacht, in einem Gefäß mit Wasser bedeckt stehen lassen. Hierfür eignet sich entweder ein Plastiksieb, das mit den Körnern befüllt in eine Schale mit Wasser gehängt wird, oder ein Keimautomat/-glas.
Lässt man die gequollenen Körner antrocknen und verfüttert sie gleich, spricht man von Quellfutter.

Anschließend wird das Wasser abgegossen und die noch feuchten Körner werden für 24-48 Stunden keimen gelassen. Während dieser Zeit sollte man die Körner ab und zu durchspülen.

Anbieten kann man das Futter, wenn die ersten Keime gerade zu sehen sind, zu dieser Zeit sind die meisten Vitamine vorhanden. Oder man wartet, bis sie etwas größer geworden sind, je nachdem wie es die Vögel am liebsten mögen. Ab einer Länge von ca. 1 cm bilden sich im Keimling Bitterstoffe, dann fressen die Vögel das Futter meistens nicht mehr.

Gekeimte Kolbenhirse

Kolbenhirse ist ein Dunkelkeimer und kann daher nicht in den handelsüblichen Keimapparaten gezogen werden. Sie wird nach einiger Eingewöhnung sehr gut von den Wellensittichen angenommen daher lohnt ein Versuch.

Die Kolben über Nacht in ein hohes Glas mit Wasser stellen. Um zu gewährleisten, dass alle Körnerrispen eingeweicht werden, kann man eine Untertasse draufstellen.

Am Morgen abgießen, gut spülen und leicht zugedeckt an einen dunklen Ort stellen.

Nun täglich die Kolben gut wässern und leicht abgetropft wieder zurückstellen.
Spätestens nach drei Tagen zeigen sich schon deutliche Keimlinge. Die Hirse kann nun zum Verzehr angeboten werden.

Man sollte nicht zu viel auf einmal anbieten. Bei Tageslicht werden die Keimlinge leicht bitter und die Wellensittiche fressen sie dann nicht mehr so gern.
Im Kühlschrank kann man sie aber eingewickelt in ein feuchtes Küchentuch 2-3 Tage aufbewahren.

Sollten die Vögel noch kein Keimfutter kennen, kann es etwas dauern, bis sie sich überwinden, davon zu probieren. Trotzdem sollte man es immer wieder versuchen, damit die Wellensittiche es im Krankheitsfall bereits kennen und nicht erst daran gewöhnt werden müssen.

Anleitung für Quell- und Keimfutter als PDF zum Ausdrucken.