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Sinnvolle Futterzusätze

In manchen Situationen kann es hilfreich sein, wenn man seine Wellensittiche mit bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln unterstützt.
Im Folgenden werden nun einige dieser Zusätze genannt. Aufgrund der Fülle der auf dem Markt erhältlichen Präparate können hier nur Beispiele aufgezählt werden, die Nennung der Mittel in den jeweiligen Bereichen ist also nicht unbedingt vollständig.

Vitaminpräparate

Gesund und lecker

Die wahrscheinlich beste und einfachste Versorgung mit Vitaminen geschieht durch frisches, unbehandeltes Obst und Gemüse. Da es allerdings viele Wellensittiche gibt, die davon gar nicht begeistert sind und diese gesunden Leckereien nicht fressen, kann es nötig werden, den Mangel an Vitaminen durch bestimmte Präparate, die im Zoofachhandel, beim Tierarzt oder in Internetshops erhältlich sind, auszugleichen. Auch aufgrund von Krankheiten, Mauser oder Zucht kann es zu einem erhöhten Vitaminbedarf kommen.

Hierbei ist allerdings darauf zu achten, dass die Präparate kein Vitamin K3 (Menadion) enthalten. Dieses synthetisch hergestellte Vitamin ist zwar als Zusatz in der Tiernahrung nicht verboten, in unserer Nahrung hingegen schon. In der Humanmedizin wird der Einsatz von K3 als unverantwortlich angesehen, da es als krebserregend eingestuft wird.
Dagegen ist das natürlich vorkommende Vitamin K1 (Phyllochinon) und das daraus im Körper aufgebaute Vitamin K2 (Menachinon) unbedenklich und u.a. gut für die Leber- und Nierenfunktion so wie das Immunsystem.

Es besteht auch die Möglichkeit, verschiedene Fruchtsäfte ins Trinkwasser zu geben. Diese sollten keine Konservierungsstoffe enthalten und möglichst nicht gezuckert sein.
Zur Versorgung mit verschiedenen B-Vitaminen kann man den Wellensittichen alle 2 Wochen etwas Bierhefe über das Futter streuen.

Eine ausführliche Vitamintabelle findet man hier.

Mineralien

Mineralien sind wichtig für den Aufbau der Knochen und die Federbildung. Außerdem haben Hennen während der Zucht aufgrund der Bildung der Eierschalen einen erhöhten Kalziumbedarf.
Um eine ausreichende Versorgung mit diesen Stoffen zu gewährleisten, gibt es viele verschiedene Mittel in unterschiedlichen Formen:

Grit: Grit gibt es in loser Form oder als Gritblock. Welche Form man wählt, ist egal, Hauptsache die Vögel können genügend Grit aufnehmen, da dieser nicht nur der Mineralienversorgung dient, sondern auch wichtig für die Verdauung ist. Vögel besitzen neben dem Drüsenmagen, in dem der Nahrung Enzyme und Salzsäure zugesetzt werden, noch den Muskelmagen, in dem die Körner mithilfe der kleinen Gritsteinchen mechanisch zermahlen werden. Dieser zweite Magen ist also ein Ersatz für die fehlenden Zähne.

Bei der Verwendung von Vogelsand muss kein zusätzlicher Grit angeboten werden, da dieser dort bereits enthalten ist.

Mineralsteine sind wichtig

Mineralsteine / pulverförmige Mineralien: Den größten Teil der Mineralien erhalten Wellensittiche durch entsprechendes Pulver oder Steine. Da die Mineralsteine auch gleichzeitig der Abnutzung des Schnabels dienen, sollten diese Wellensittichen immer zur Verfügung stehen. Zusätzlich kann man aber auch Mineralienpulver in einem Napf anbieten. Eine gute Alternative um die Vögel mit Kalzium zu versorgen, bieten zerriebene Eierschalen. Die Eier sollten natürlich von glücklichen Hühnern kommen und gekocht werden, bevor die Schale verwendet wird, um evtl. vorhandene Salmonellen abzutöten.

Heilerde: Eine besondere Stellung unter den Mineralienlieferanten nimmt die Heilerde ein. Diese hat einen Platz in der Notfallapotheke für Wellensittiche verdient, denn man kann sie als Erste-Hilfe-Maßnahme bei Durchfall und Vergiftungen geben. Heilerde absorbiert Wasser und Giftstoffe, ohne dem Körper wichtige Vitamine oder Mineralien zu entziehen. Den Gang zum Tierarzt ersetzt Heilerde allerdings nicht, denn dadurch werden bei Durchfall nur die Symptome und nicht die Ursache bekämpft, und auch bei einer Vergiftung müssen möglichst schnell weitere Schritte eingeleitet werden, um das Leben des Vogels zu retten.

Mauser

Spitzwegerich

Während der Mauser ist der Mineralienbedarf etwas erhöht, da die Wellensittiche in kurzer Zeit viele neue Federn bilden müssen. Gurke und Spitzwegerich enthalten viele Mineralien und sind daher eine gute Ergänzung des Speiseplans während der Mauser.
Sollten die Vögel zu dieser Zeit sehr schlapp sein, kann man vom Tierarzt Korvimin® oder Avi Concept® bekommen. Natürlich sollte abgeklärt werden, ob die Müdigkeit nicht krankheitsbedingt ist.

Wasserzusätze

Besonders bei Pilzinfektionen kann es dem Vogel helfen, wenn man das Wasser etwas ansäuert, da Pilze und auch Bakterien in saurer Umgebung nicht überleben können. Hierfür kann man Apfelessig oder Zitronensaft, natürlich ohne Konservierungsstoffe, verwenden. Die Dosierung ist 1 bis 5 ml Essig bzw. Saft auf 100 ml Wasser. Auch bei gesunden Wellensittichen kann man das Wasser ab und zu, zur Vorbeugung, ansäuern.

Nach Antibiotikagabe

Bekommt ein Wellensittich aufgrund einer Infektion ein Antibiotikum, werden nicht nur die krankmachenden Bakterien zerstört, sondern auch die guten Darmbakterien, die für die Verdauung benötigt werden. Nicht selten tritt aufgrund der Medikamentengabe ein leichter Durchfall auf. Damit die Vögel diese nützlichen Bakterien schnell wieder im Darm ansiedeln können, gibt es diese in getrockneter Form als Pulver oder als Gel. Das Pulver wird über das Futter gestreut, wobei es auch von Vögeln aufgenommen werden darf, die kein Antibiotikum bekommen haben. Das Gel wird direkt in den Schnabel gegeben.
Die gängigen Präparate sind PT-12 und Bird Bene Bac™, erhältlich als Pulver und Gel. PT-12 ist besonders bei Wellensittichen mit Pilzinfektionen, wie der Megabakteriose, zu empfehlen, da es keinen Zucker enthält.

Immunsystem

Um das Immunsystem zu stärken, kann man nicht nur auf Vitamine zurückgreifen, sondern auch auf spezielle Präparate. Diese können auch als Kur zwischendurch gegeben werden.
Bekannte Mittel sind Alvimun und Propolis, bzw. Gelée royale.

Unterstützung der Leber

Mariendistelsamen muss gemahlen werden

Auch Wellensittiche mit Leberschäden kann man unterstützen. Gerne wird Volamin, das frühere Amynin, verwendet. Dieses sollte man allerdings nur nach Absprache mit dem Tierarzt anwenden, da dieses Mittel bei Vögeln mit einem Nierenschaden nicht gegeben werden sollte. Außerdem wirken Mariendistelsamen unterstützend für die Leber. Diese Körner sind allerdings sehr hart und können von vielen Wellensittichen nicht geknackt werden. Um zu vermeiden, dass die ganzen Körner verschluckt werden, empfehlen manche Tierärzte, die Samen grob zu mahlen und über das Futter zu streuen. Auch gibt es in der Apotheke bereits pulverisierte Samen in Kapselform, und auch homöopathisch (carduus marianus), als Globuli zu kaufen. Auch bei Vögeln die keine Leberschäden haben kann dies ab und zu gegeben werden.

Unterstützung der Nieren

Bei Nierenproblemen kann mit Tyrodelösung behandelt werden, aber auch bei gesunden Vögeln kann, von Zeit zu Zeit, eine Kur gemacht werden. Dies sollte allerdings vorher mit einem Tierarzt abgesprochen werden. Tyrode ist eine Mischung aus verschiedenen Salzen, die in abgekochtem, destilliertem Wasser aufgelöst wird. Aufgrund des definierten, etwas erhöhten Salzgehaltes bekommen die Vögel mehr Durst und trinken mehr, wodurch die Nieren gut durchgespült werden. In der Zeit der Tyrodegabe sollte keine andere Wasserquelle vorhanden sein, dazu zählt auch Obst und Gemüse, da die Vögel ihren Wasserbedarf sonst darüber decken und keine, oder nur wenig, von der Lösung aufnehmen.