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Farb(licht)therapie

Einsatzgebiete

  • Steigerung des Wohlbefindens
  • Behandlungsunterstützend bei Erkrankungen, besonders bei Blockaden und in der Sterbephase (bitte mit kundigem Tierarzt oder Heilpraktiker absprechen)

Umsetzung

Farbkleckse an den Vogelspielplätzen

Indirekte Farbtherapie:
Ein Vogel fühlt sich in einer buntgestalteten Umgebung wohl – dabei ist besonders auf die Farben gelb, blau und grün zu achten. Dies kann man durch Wandfarbe, Bilder o.ä. erreichen. Dunkle Farben und Signalrot sollten nur spärlich eingesetzt werden, sie könnten bedrohlich wirken. Man darf nicht vergessen, dass ein Vogel ein "Tier des Himmels" ist und somit lichtabhängig.


Direkte Farblichttherapie:
Verwendung von farbigen Strahlern, sogenannten Partyglühbirnen oder Farblichttherapie-Lampen. Keine LED-Leuchten.

Eine einfache Lampe und farbige Glühbirnen

Man dreht die farbige Birne in eine geeignete Lampe und stellt sie mit ausreichendem Abstand (min. 30cm) vor den Wellensittich. Der Vogel sollte so bestrahlt werden, dass er sich in dem Licht frei bewegen, aber es auch verlassen kann.
Die Bestrahlungsdauer bitte nicht überschreiten – auch wenn es offensichtlich ist, dass der Vogel großen Genuss daran findet. Es ist auch möglich, ein farbiges Tuch über die Lampe zu hängen, oder mit Japanpapier einen Schirm zu basteln, doch
Vorsicht: bei Wärmestau an der Birne besteht Brandgefahr!

Ursprung

In Fernost ist die Farblichttherapie zu Heilzwecken im kulturellen und religiösen Kontext fest verankert. In Indien werden in den verschiedensten Religionen die Prinzipien der Farbtherapie angewendet. Im Buddhismus ist sie Bestandteil der Lehre.

Doch auch hier im Westen setzten schon die mittelalterlichen Baumeister Farben und Farbformen bewusst ein, um beispielsweise in Kirchen besondere Effekte zu erzielen. Wesentlich ausgereifter beschäftigte man sich jedoch in vielen Ländern Asiens mit Farben und ihrer Wirkung. Farben sind dort Bestandteil der Chakrenlehre und werden bei Geburt und Sterben unterstützend eingesetzt.

Aus diesem jahrtausendealten Wissen können wir heute noch schöpfen. Die Briten brachten während der Kolonialzeit die Farbtherapie in den Westen. In Großbritannien gibt es die sogenannten „colour healing sancturies"; sie sind im britischen Gesundheitswesen fest etabliert. Die "healing rooms" sind Räume, deren Fenster exakt nach den drei Himmelsrichtungen (Osten, Süden, Westen) des Sonnenverlaufs ausgerichtet sind. In den Fenstern liegen die Farben des Regenbogens in bestimmter Anordnung als Farbglas verteilt. Dadurch entsteht ein stetig wechselnder Farbeffekt. Aus diesen Sancturies kommen die umfangreichsten Erfahrungen mit der Farbtherapie an Mensch und Tier.

Farben und ihre Wirkung

Wir wollen hier einen Überblick über die Hauptfarben und ihre Einsatzgebiete geben.
Spezielle Erkrankungen und Therapien sollten unbedingt mit einem kundigen Tierarzt oder Heilpraktiker abgesprochen werden. Die Angaben zur Bestrahlungsdauer sind lediglich ein Richtwert, in der individuellen Therapie können andere Zeiten indiziert sein.

Grundsätzliches

Es gibt viele Aspekte, die für die richtige Wahl der Farben zu beachten sind. Farben wirken nicht nur allein, sondern im Zusammenspiel. Eine Wechselbstrahlung mit den Komplementärfarben kann den Therapieerfolg enorm begünstigen. Ein "Zuviel" an Farben kann aber auch das Gegenteil vom gewünschten Therapieerfolg bewirken. Umfassende Behandlungskonzepte bei schweren Erkrankungen oder seelischen Störungen sollten daher nur von einem kundigem Arzt/Heilpraktiker zusammengestellt werden.

Das gelbe Farblicht wird sichtlich genossen

Gelb
Gelb hat eine stark aktivierende Wirkung - es regt die Verdauung an und stimuliert das Gehirn des Vogels. Gelb gehört zu einer der wichtigsten natürlichen Farben in der Vogelwelt.
Bei Gehirnerschütterung ist Gelblicht das bevorzugte Erste-Hilfe-Mittel. Direkt nach dem Unfall eingesetzt und im Wechsel mit Blaulicht verabreicht, erzielt man hervorragende, schnelleinsetzende Heilungserfolge.
Gelb beeinflusst direkt das Zentrale Nervensystem und das Muskelsystem. Es wirkt sich auch positiv auf Leber, Magen und Bauchspeicheldrüse aus und kann somit unterstützend bei Erkrankungen in diesen Bereichen eingesetzt werden. Bei lethargischen Vögeln ist es möglich eine Verbesserung anzuregen.

Bestrahlungsdauer:10-20 Minuten.

Bei sehr kranken und schwachen Vögeln kann man es auch über den Tag verteilt in kurzen “Schüben” mehrmals anbieten. Gelb begleitet beim sterbenden Lebewesen die erste Sterbephase und in dieser Situation gibt es keine Zeitbeschränkung.

Blau
Blau hat eine tiefgreifende und beruhigende Wirkung. Die Farbe entspricht den Organen Schnabel, Kehle, Schlund, Kropf, Nieren, Blase und Gehirn und wird bei Erkrankungen in diesen Bereichen eingesetzt.

Einem apathischen oder chronisch kranken Vogel gibt man Blaulicht. Mit dieser Farbe können sich Blockaden lösen. Blau ist eine Lebensfarbe des Vogels und gehört in sein Umfeld.
Bei Gehirnerschütterungen kann man Blau und Gelb im Wechsel einsetzen.
Werden Vögel unter Blaulicht "unterichtet", senkt sich der Lernstress.

Wird ein Vogel im Blaulicht nervös und hibbelig, so könnte dies auf eine Nierenüberfunktion hindeuten.

Bestrahlungsdauer: 20 - 30 Minuten

Grün
Grün ist die Farbe der Natur, sie steht für Wachstum, Kreativität und Hoffnung.
Diese Farbe entspricht den Organen Herz, Lunge, Leber, Galle und dem Blutkreislauf.
Beim Einsetzen der Farbe Grün ist Vorsicht angebracht. Das Weiterwachsen von Krebszellen kann durch Grünlicht gehemmt werden. Ein "Zuviel" der Farbe könnte aber auch das Absterben gesunder Zellen bewirken.
Grün ist die wichtigste Lebensfarbe für den Vogel und sollte daher unbedingt in seinem Umfeld zu finden sein, sei es als Grünpflanzen (natürlich nur geeignete) oder auch als Farbtupfer. Ein helles Grün wirkt harmonisierend.

Bestrahlungsdauer: 8 Minuten

Orangelicht

Orange
Orange ist die wichtigste Heilfarbe. Sie wärmt von innen ohne aufzuheizen und entspricht den Organen Blase, Milz und den Fortpflanzungsorganen.
Laut chinesischer Medizin sitzt in der Milz die schöpferische Kraft und der spielerische Trieb. Bei Vögeln aus schlechter, nicht artgerechter Haltung kann mit dem Einsatz dieser Farbe die Wiedereingewöhnung erleichtert werden.
Auch wenn man nicht genau weiß, woran ein Vogel erkrankt ist, oder wenn verschiedene Erkrankungen vorliegen, sollte man Orange anbieten.

Bestrahlungsdauer zwischen 20-30 Minuten.

Rot
Rotlicht gehört auch in unseren Breiten zur bekannten Therapie. Der Einsatz dieser Farbe sollte jedoch mit Vorsicht erfolgen. Ein aggressiver oder an einer Entzündung leidender Vogel sollte kein Rotlicht bekommen. Rot wirkt auf körperlicher Ebene, dehnt sich aus und wirkt aufheizend.
Beim unterkühlten, lethargisch-apathischen Vogel mit Herz-Kreislaufschwäche kann man Rot gut einsetzen. Es entspricht den Organen Beine, Flügel, Niere, Knochen, Herz, Dünndarm und Blut.

Bestrahlungsdauer: 5-40 Minuten.

Rot sollte als Dauerfarbe nicht zu oft im Umfeld des Vogels vorkommen. Es ist in der Natur eine Signalfarbe - der Vogel kann mit Aggression darauf reagieren.

Violett und Pink
Violett besitzt je nach Intensität und Rot- bzw Blauanteil viele Schattierungen und Einsatzgebiete.
Violett steht in vielen Kultur für Weisheit und Spiritualität – so ist Hellviolett die Farbe des Kronenchakras, Bischöfe tragen violette Roben. Purpur war in vielen Kulturen nur den Königen vorbehalten.
Während Violett in seinen Schattierungen den eher mentalen Kräften zugeordnet ist, wird auf der emotionalen Ebene Pink eingesetzt.
Fühlt sich der Vogel alleingelassen (z.B. Tod des Partnervogels oder Besitzerwechsel) so kann man mit Pink seine Lebensfreude wieder aktivieren. Es entspricht den Organen rechtes Auge, Gehirn und Drüsensystem. In die Farbreihe gehört auch Rotviolett als dunkler Farbton, sowie Blauviolett. Je nach Rotanteil wirkt die Farbe eher aktivierend, antreibend.
Bei vielen domestizierten Vögeln ist Lethargie ein Dauerzustand. Hier kann man durch den Einsatz von Violettschattierungen große Fortschritte erzielen.

Bestrahlungsdauer: 15-20 Minuten.

Anmerkung
Mit Farblicht kann das Wohlbefinden des Vogels gesteigert werden und Therapien unterstützt werden - wird der Vogel jedoch nicht artgerecht gehalten, so können mit dieser Behandlungsform keine Defizite ausgeglichen werden. Vorraussetzung für ein Gelingen unterschiedlicher Therapien ist immer die artgerechte Haltung eines Tieres!

Besondere Tipps

Operation
Nach Operationen sollte 15 Minuten mit Grün bestrahlt werden und dann 30-60 Minuten mit Orange; so wacht der Patient ohne Schock aus der Narkose auf. Operationstraumata können leichter abgebaut und die Heilung angeregt werden.

Entgiftung, Leber / Nierenschwäche
Nach akuten Vergiftungen oder zur Ausleitung kann man Hellgrün unterstützend einsetzen (täglich 20-30 Minuten).
Wurden pflanzliche Mittel zur "Entgiftung" verordnet, erhöht sich deren Wirksamkeit.

Bakterien-, Wurm- oder Virusbefall
Mit Gelbgrün (täglich nicht länger als 20 Minuten) kann man verordnete Therapien unterstützen. Obwohl diese Farbe primär für einen guten Knochenaufbau eingesetzt wird (also auch eine passende Farbe für Spreizbeine), wirkt sie sekundär hemmend auf die Ausbreitung von Bakterien, Parasiten und Viren.