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Sitzbretter

Ein großes Sitzbrett mit seinen fröhlichen Bewohnern

Um behinderten Wellensittichen bequeme Sitz- und Ruheplätze zu ermöglichen, ist es sinnvoll, den Käfig oder die Voliere mit sogenannten "Sitzbrettchen" auszustatten.
Ist man im Basteln nicht so bewandert, kann man entsprechende Brettchen in der Nagerabteilung der meisten Zooläden finden. Viele Vögel nehmen auch gerne ein Stück Korkrinde als Liegefläche an. Bei Bedarf können diese Sitzbrettchen zusätzlich gepolstert werden, um Druckstellen vorzubeugen, wobei nicht jeder Wellensittich auf einer gepolsterten Fläche ruhen mag.
Vögel, deren Füße oder Beine gelähmt sind, können mit einer auf ihre Behinderung angepassten Einrichtung noch gut am Schwarmleben teilhaben (ausgenommen sind schwerstbehinderte Vögel, diese bedürfen einer gesonderten Fürsorge und Einrichtung).
Sitzbrettchen müssen deutlich breiter sein als Äste, damit sich der gehandicapte Vogel darauf halten und darauf liegen kann. Die Tiere nehmen diese speziellen Sitzmöglichkeiten in aller Regel dankend an und auch für nicht-behinderte Wellensittiche ist so ein Brett eine willkommene Ruhestätte.

Einige Variationen haben wir hier zusammengestellt.

Eck-Sitzbrett fÜr Volieren

Benötigt werden:

Benötigte Materialien
  • Leim- oder Massivholzplatte (z. B. Buche, unbehandelt) in passender Größe und Stärke, wobei die Dicke der Platte min. 1,5 cm betragen sollte, damit die Schrauben nicht ausreißen. Oft hat der "Schreiner um die Ecke" schöne Reststücke; fragen lohnt sich immer.
  • Stockschrauben M6 - 60 mm lang (1)
  • Flügelmuttern M6 (2)
  • Unterlegscheiben für M6 (Der Außendurchmesser sollte wenn möglich so groß sein, dass er am Gitter mehrere Stege abdeckt) (3)

Die Anzahl der benötigten Schrauben hängt von der Größe des Sitzbrettes ab.

Stockschraube

Kleine Schraubenkunde für Nichthandwerker:

Was sind denn “Stockschrauben”?
Mit Stockschrauben kann man 2 versch. Materialien miteinander verbinden. Sie haben keinen Schraubenkopf, sondern eine Seite mit spitzem Gewinde für Holz oder Dübel und eine Seite mit metrischen Gewinde für Metall, z. B. Schraubenmuttern. Bei der Größenangabe wie M6 steht das "M" für metrisch, und dann der Außendurchmesser des Gewindes in Millimeter.

Schraubenende mit Innensechskant bzw. Torx

Wie dreht man Stockschrauben ein?
Es gibt Stockschrauben, die haben am flachen Ende der metrischen Gewindeseite eine Vertiefung für ein Werkzeug. Entweder einen Innensechskant oder auch Torx. Darüber kann man mit dem entsprechenden Schlüssel oder Bit für den Akkuschrauber die Stockschraube eindrehen.

 

Kontern mit zwei Flügelmuttern

Bei kleineren oder preiswerteren Schrauben fehlt diese Befestigungsmöglichkeit. Hier kann man sich ganz einfach mit 2 Flügelmuttern helfen, die gegeneinander aufgeschraubt und somit “gekontert” werden. Auf diese Weise kann man sie auch bequem mit der Hand eindrehen.

 

Hut- und Flügelmutter

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung einer Hutmutter. Durch die aufgeschraubte Hutmutter kann die Stockschraube dann auch mit einem Schraubenschlüssel festgezogen werden.

Man benötigt außerdem:

  • Einen großen Zirkel oder alternativ einen kleinen Nagel oder Reißnagel, eine Schnur und einen Stift.
  • Stichsäge zum Aussägen
  • Schleifpapier für Holz, zum Glätten der Schnittkanten
  • Akkuschrauber / Bohrmaschine
  • Holzbohrer 5 mm
Brettform angezeichnet

Schritt 1:

Der Viertelkreis für das Brett muss angezeichnet werden. Ist kein so großer Zirkel zur Hand, schlägt man in einer Ecke des Brettes einen kleinen Nagel oder Reißnagel ein. Daran wird eine Schnur befestigt. Die Schnur ist so lang, wie der Radius des Brettes werden soll. Am anderen Ende einen Stift anknoten und dann, wie ein Zirkel, einen Kreis um den Nagel anzeichnen.
Dann mit einer Stichsäge das Sitzbrett entlang der angezeichneten Linie aussägen.
Die Schnittkanten mit dem Schleifpapier glätten. Hierzu in Wuchsrichtung des Holzes schleifen, sonst splittern die Kanten.

Schritt 2:

Vertikale Position der BohrungenDie Lage der Schrauben

Nun werden die Bohrungen für die Stockschrauben eingebracht. Immer einen Millimeter kleiner als der Schraubendurchmesser bohren. Hier also 5 mm. Bei dünneren Brettern kann man auch für z. B. eine 5 mm Schraube mit 5 mm vorbohren, dann ist die Gefahr, dass das Brett beim Einschrauben bricht, geringer.
Die Löcher werden mittig zur Ober- und Unterkante gebohrt. Die horizontale Lage sollte man am Gitter der Voliere oder des Käfigs prüfen, damit die Schraube nicht genau auf einem Gittersteg sitzt. Hierzu kann man das Sitzbrett kurz an seiner späteren Position anhalten und dann mit einem Stift die Lage der Schrauben anzeichnen.

Schritt 3:

Jetzt werden die Stockschrauben eingedreht. Hat man tief genug gebohrt, kann man die Schrauben auch etwas tiefer einschrauben, dann sieht es später besser aus und die Verletzungsgefahr der Federlosen Körnchengeber ist geringer.

Schritt 4:

Nun kann das Sitzbrett an seiner vorgesehene Position in der Voliere oder im Käfig befestigt werden. Auf beiden Seiten das Gitters wird je eine Scheibe über die Schraube geschoben und dann mit einer Flügelmutter bequem festziehen.

Kork-brettchen

Benötigtes Material

Benötigt werden:

  • Ein Stück Korkrinde, mit einer glatten Seite
  • Stockschraube M8
  • 2 Stück passende Unterlegscheiben
  • Eine Flügelmutter M8
  • Eventuell eine Zange

(Übrigens kann man die Metallteile von gekauften, ausrangierten Sitzbrettchen prima wiederverwenden)

Stockschraube

Schritt 1:

Da Korkrinde nicht so fest ist wie Holz und oft schon Löcher hat, ist es leicht, dort die Schraube einzudrehen. Wie man Stockschrauben handhabt, findet man hier. Bei Bedarf kann man aber auch die Zange vorsichtig zur Hilfe nehmen und darauf achten, dass das Gewinde nicht gequetscht wird.

Befestigung am Volierengitter

Schritt 2:

Ist die Schraube weit genug eingedreht, kann das Korkbrettchen mit den Unterlegscheiben und der Flügelmutter am Käfig bzw. Volierendraht befestigt werden. Als zusätzliche Abstützung dient hier zum Beispiel ein Sitzseil. Je nach Größe des Korkstückes sollte man die Rinde mit 2 Schrauben befestigen.

Die Schredder-Party kann beginnen

Schritt 3:

Da die Korkrinde von den Wellensittichen gerne zernagt wird, sollte man das Brettchen entfernen und durch ein Neues ersetzen, sobald die Vögel anfangen die Schraube freizulegen und somit eine sichere Befestigung nicht mehr möglich ist.

 

Von diesem Brettchen war sehr schnell nichts mehr übrig.