Logo VWFD banner

Was tun bei einer Vergiftung?

Vergiftungssymptome erkennen

Lähmungserscheinungen und Krämpfe begleiten einige Krankheitsbilder

Grundsätzlich muss man unter akuten und schleichenden Vergiftungen unterscheiden. Eine akute Vergiftung bedeutet, dass die aufgenommene Giftmenge so groß ist, dass es unmittelbar zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes kommt.

Nimmt ein Vogel jedoch nur geringe Mengen eines Giftes auf, dies jedoch regelmäßig
(z. B. bei Freiflug), kommt es zu einer schleichenden Vergiftung. Die Symptome treten hier erst nach einiger Zeit auf und sind nicht immer auf Anhieb als Vergiftungserscheinungen erkennbar. Besonders heimtückisch bei der schleichenden Vergiftung ist, dass sie oftmals zu chronischen Organschäden führt, die später nicht mehr zu beheben sind.

Je nach Art der Vergiftung treten unterschiedliche Symptome auf.

Metallvergiftungen:

Symptome bei akuten Metallvergiftungen z. B. durch Blei, Zink oder Kupfer:

  • Apathische Verhaltensmuster - der Vogel sondert sich vom Rest des Schwarms ab und wirkt teilnahmslos und desinteressiert.
  • Akute Schwächung des Vogels - Vergiftungspatienten können sich oft nur mit Mühe oder gar nicht mehr auf der Stange halten.
  • Durchfall
  • Im wässrigen Kot können Blutspuren vorkommen.
  • Zittern am ganzen Körper.

Symptome für eine schleichende Metallvergiftung sind:

  • Erbrechen in unregelmäßigen Abständen.
  • Harnanteil im Kot infolge einer Leberschädigung.
  • gesteigertes Schlafbedürfnis.
  • Infektionskrankheiten aufgrund eines geschwächten Immunsystems.
  • verschlechtertes Sehvermögen bis hin zur Erblindung.

Gefahrenquellen sind z. B.:

  • Bleibänder in Gardinen
  • Tiffanylampen
  • Lötstellen (Elektrogeräte o. ä.)
  • Zinknasen an schlecht verarbeitetem Volierendraht.

Unbedenkliche Metalle sind Gold, Silber, Aluminium und Edelstahl.

Vergiftungen durch verdorbenes Futter:

  • das Tier magert ab, obwohl es auffallend viel frisst.
  • Durchfall
  • Leberschäden
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Krämpfe
  • Lähmungen
  • Aspergillose

Schimmelpilzvergiftungen können neben verdorbenem Futter unter anderem auch durch Schimmelbefall an Wänden verursacht werden.

Die Kochsalzvergiftung tritt meist als schleichende Vergiftung auf. Ursache ist oftmals, dass der Wellensittichhalter Lebensmittel offen stehen, lässt (z. B. die „Knabberstange" auf dem Wohnzimmertisch) oder sogar Wellensittiche am Tisch füttert. Die Symptome sind wie bei allen schleichenden Vergiftungen leider nur schwer und erst nach gewisser Zeit erkennbar:

  • Schädigung der Niere
  • erhöhter Harndrang (wässriger Kot)

Giftige Gase und Dämpfe:

Es gibt eine Reihe von Gasen und Dämpfen, die für Wellensittiche sehr giftig und daher gefährlich sind:

  • antihaftbeschichteten Pfannen, Raclette und Grill
  • Nikotin und Tabakreste
  • Duftlampen/kerzen
  • Raumspray
  • Imprägnierspray
  • Haarspray
  • Lacke und Farben (Wellensittiche sollten bei Renovierung daher lieber aus dem Zimmer genommen werden).
  • Kohlenmonoxid in ofenbeheizten Räumen.

Symptome sind:

  • Atemnot
  • Orientierungslosigkeit
  • Taumeln
  • Muskelkrämpfe

Giftige Gase und Dämpfe sind deshalb so gefährlich, weil sie schon relativ schnell zum Tod führen können und dem Wellensittichhalter beim Auftreten der Symptome kaum Zeit zum Handeln bleibt. Als sofort notwendige Gegenmaßnahme ist der Vogel unverzüglich an die frische Luft zu bringen. Bei kalten Außentemperaturen empfiehlt es sich, eine wärmende Rotlichtlampe oder noch besser einen Dunkelstrahler zum Wärmen anzubieten.

Giftige Pflanzen

Das Anknabbern giftiger Zimmerpflanzen ist eine weitere Gefahr für unsere gefiederten Freunde. Möchte man im Freiflugzimmer der Vögel nicht auf Zimmerpflanzen verzichten, muss man sich vorher informieren, welche für die Vögel schädlich sind und welche unbedenklich.

Informationen zu giftigen Zimmerpflanzen findet man hier
Informationen zu geeigneten Zimmerpflanzen findet man hier.

Auch beim Sammeln von Wildpflanzen als Wellensittichfutter sollte man sich vergewissern, dass man keine giftigen Pflanzen mit nach Hause genommen hat.

Eine Liste der geeigneten Wildpflanzen findet man hier.

Für alle Vergiftungen gilt:

Der Vogel muss auf schnellstem Weg einem vogelkundigen Tierarzt vorgestellt werden - jedes Zögern oder Abwarten kann tödlich enden. Auf dem Weg zum Tierarzt sollte der Patient warm und möglichst dunkel gehalten werden, um zusätzlichen Stress zu vermeiden. Ausscheidungen wie Erbrochenes oder Kot sollten möglichst mitgenommen werden, damit der Tierarzt sie gegebenenfalls untersuchen kann. Wenn man sieht, dass der Vogel etwas für ihn Giftiges aufnimmt, kann man ihm direkt anschließend Vogelkohle verabreichen - sie bindet die Giftstoffe im Darm. Für eine längere Anwendung ist Vogelkohle allerdings nicht geeignet, da sie generell alle Flüssigkeiten im Körper bindet. Auch ersetzt diese Maßnahme nicht den Gang zum Tierarzt.