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FlugunfÄhigkeit

Erfahrungsbericht von Steffi (Forumsnick "Steffi-Lotte")

Charlie

Unsere sechs Wellensittiche haben den ganzen Tag Freiflug in meinem Zimmer und nutzen diesen auch sehr ausdauernd.
Eines Tages bemerkte ich jedoch eine starke Veränderung an meiner ältesten Henne Charlie: Sie konnte nicht mehr richtig fliegen und stürzte bei ihren Flugversuchen regelmäßig nach spätestens einem halben Meter ab. Um sie vor Verletzungen bei ihren Abstürzen zu bewahren, verordneten wir ihr erst einmal Flugverbot. Danach vereinbarten wir einen Termin mit unserer Tierärztin.

Absturzsicherungen

Der betroffene rechte Flügel, der auch etwas nach unten hing, wurde geröntgt und auf dem Röntgenbild konnte man deutlich sehen, dass das Schultergelenk nicht mehr an der richtigen Stelle saß: Die Schulter war ausgekugelt.
Eine ausgekugelte Schulter kann man bei Wellensittichen leider nicht einfach wieder einrenken, da die dünnen Röhrenknochen bei dieser Prozedur brechen würden. Damit stand fest, dass Charlie wohl flugunfähig bleiben würde. Über diese Nachricht waren wir verständlicherweise wenig begeistert.
Weiterhin ganztägiger Freiflug schien nun für Charlie nicht mehr möglich zu sein – uns war das Risiko, dass Charlie sich verletzen könnte, einfach zu groß.

Also beschlossen wir, ihr einen schönen großen Einzelkäfig zu besorgen und ihr fortan nur unter Aufsicht „Freigang“ zu geben. Doch damit war die kleine Charlie gar nicht einverstanden. Unermüdlich kletterte sie in ihrem neuen Heim an den Käfigwänden und sogar an der Käfigdecke entlang – es war ihr einfach viel zu langweilig, da sie vor ihrem Unfall ja ganztägigen Freiflug gewohnt war.

Absturzsicherungen

Also mussten sich die Federlosen etwas anderes einfallen lassen. Wir begannen Pläne zu machen, wie wir das Freiflugzimmer auch für einen Nichtflieger sicher gestalten konnten. Schließlich entschieden wir uns dafür, Charlie nur einen Zugang zu einem gewissen Teil des Zimmers zu verschaffen, der für sie absolut sicher gestaltet sein sollte. Der hohe Vogelbaum beispielsweise sollte für sie nicht erreichbar sein, eine Kletterpartie wäre dort einfach zu gefährlich gewesen.
Also bekam sie einen eigenen Spieltisch mit kleinem Vogelbaum, Zugang zur Fensterbank mit Spielplatz und eine Klettermöglichkeit auf das Käfigdach. Sämtliche Stellen, an denen Charlie abstürzen könnte, haben wir mit überzogenem Schaumstoff abgepolstert.
Die Planung und Durchführung des “gesicherten Bereichs” hat natürlich einige Zeit in Anspruch genommen, aber es hat sich gelohnt.

Charlie auf dem Spielplatz

Heute hält sich Charlie den Großteil des Tages außerhalb des Käfigs auf und scheint mit dieser Lösung mehr als glücklich zu sein. Sehr schnell hat sie auch begriffen, dass sie nun nicht mehr fliegen kann, sodass Abstürze eigentlich nur noch dann vorkommen, wenn die freche Elsie sie herunterschubst.

Abschließend können wir sagen, dass sich durch Charlies Flugunfähigkeit nicht sehr viel in unserem kleinen Schwarm geändert hat und sie erstaunlich gut mit ihrer Behinderung zurechtkommt.

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