Wellensittich entflogen – Was tun?

Es ist der Albtraum aller Wellensittichhalter – trotz größter Vorsicht ist der kleine Vogel ins Freie entwischt. Nun sollte man möglichst schnell handeln, denn draußen lauern viele Gefahren und besonders bei schlechtem Wetter stehen die Chancen nicht gut, dass der entflogene Wellensittich lange überlebt.

Ist der Vogel noch in der Nähe?

Befindet sich der entflogene Wellensittich noch in der Nähe kann, man probieren ihn wieder anzulocken. Manchmal klappt das allein durch die Rufe des gefiederten Partners. Man kann versuchen, den anderen Wellensittich im Käfig nach draußen oder an das geöffnete Fenster zu stellen. Eine Alternative wäre es, etwas Futter gut sichtbar zu platzieren.

Sitzt der Vogel dann am Futter oder auf dem Käfig des Partners, ist ein Kescher zum Fangen geeignet, da man damit nicht so nahe an den Vogel heran muss. Wenn man keinen Kescher zur Hand hat, kann auch ein Tuch diesen Zweck erfüllen.

Wenn sich der Ausreißer in einem Baum oder an einem anderen erhöhten Ort befindet und nicht anlocken lässt, kann man den Wellensittich mit Wasser nass machen. Hierbei besteht allerdings die Gefahr, dass der Vogel erschreckt und dann ganz wegfliegt. Ist der Vogel aber erstmal nass, wird er nicht mehr weit fliegen können, sondern in den meisten Fällen nur noch in Richtung Boden segeln, von wo er dann leicht mit einem Kescher eingefangen werden kann. Der nasse Vogel sollte schnell wieder zurück in die Wohnung gebracht werden, damit er sich nicht erkältet.

Ist der Vogel nicht mehr in Sichtweite?

Häufig ist es leider so, dass die Wellensittiche in Panik geraten und einfach losfliegen. Sie wissen nicht, von wo aus sie gestartet sind, können also auch nicht mehr zurückfinden. Abgesehen davon sind Wellensittiche sogenannte Strich- oder Nomadenvögel. Das bedeutet, dass sie auf der Suche nach Nahrung immer weiter ziehen, also nicht in einem Gebiet bleiben und nicht darauf angewiesen sind, sich den Ausgangspunkt eines Fluges zu merken. In so einem Fall sollte man schnellstmöglich viele Leute darauf aufmerksam machen, dass ein Wellensittich entflogen ist.

Man kann Zettel an Laternenmasten und in Geschäften aufhängen und die umliegenden Tierheime informieren. In den regionalen Zeitungen kann man Annoncen aufgeben und vielleicht ist auch der regionale Radiosender bereit, eine Suchanzeige zu senden. Hier sollte man allerdings die Ringnummer nicht veröffentlichen, da sich sonst jeder als Besitzer des Vogels ausgeben kann. Eine weitere Möglichkeit ist es, im Fundbüro nachzufragen. Häufig stellen die dortigen Mitarbeiter auf eine Bitte hin eine Anzeige in die amtlichen Nachrichtenblätter.

Auch im Internetforum des Vereins der Wellensittich-Freunde VWFD e. V. gibt es die Möglichkeit, Vermisstenanzeigen aufzugeben. Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e. V. (ZZF) betreibt zudem einen Vogelsuchdienst, an den entflogene Vögel per E-Mail (ringstelle@zzf.de) oder Postkarte (ZZF-Ringstelle, „Suchdienst“, Postfach 1420, 63204 Langen) gemeldet werden können.

Endlich wieder da!

Hat man Glück und den Ausreißer wieder eingefangen, sollte man darauf achten, dass er keine versteckten Krankheiten mitbringt, denn draußen kann ein Vogel sich schnell etwas einfangen, z. B. Parasiten oder Infektionen. Deswegen ist es sinnvoll, einen entflogenen Wellensittich von einem Tierarzt untersuchen zu lassen, bevor er wieder zurück zu seinen Kameraden darf.