Fit durch den Winter

Die Tage werden kürzer, die kalte Jahreszeit steht vor der Tür. Auch im kuscheligen Wohnzimmer geht der Winter nicht spurlos an unseren Wellensittichen vorbei. Wenig Licht und trockene Heizungsluft machen den Vögeln zu schaffen. Doch dagegen kann der aufmerksame Vogelhalter etwas tun.

Vogellampen - “Bird Lamps”

Werden Wellensittiche in der Wohnung gehalten, ist die Versorgung mit ausreichend UV-Licht leider nicht immer möglich. Gerade im Winter ist es schwer, den Tieren genügend UV-Licht anzubieten, da man sie bei diesen Temperaturen nicht einfach für ein paar Stunden in den sonnigen Garten oder auf den sonnigen Balkon stellen kann. Bei der Versorgung mit UV-Licht können aber so genannte Bird Lamps (Vogellampen) helfen.
Vogellampen gibt es als Kompaktbirnen und Leuchtstoffröhren. Letztere benötigen zusätzlich ein elektronisches Vorschaltgerät. Weil Wellensittiche viel bessere Augen haben als Menschen (sie können bis zu 150 Bilder/Sekunde sehen), nehmen sie das für uns unsichtbare Flimmern des Wechselstroms wahr. Das ist für die Vögel nicht angenehm und wird genau durch dieses Vorschaltgerät verhindert. Man sollte darauf achten, dass man auch tatsächlich die speziellen Vogellampen kauft, da nur diese auf die Bedürfnisse der gefiederten Mitbewohner zugeschnitten sind. Man bekommt sie in einigen Zoofachgeschäften und im Internet.
Im Winterhalbjahr brauchen die Sittiche täglich mindestens zehn Stunden helles Licht. Wenn der Standort des Käfigs auch im Sommer nicht ausreichend hell ist, dann ist der ganzjährige Einsatz von Vogellampen sinnvoll.

Warum ist UV-Licht so wichtig?
Es wirkt positiv auf:

Weitere indirekte Auswirkungen hat es auf:

  • die Navigation
  • die sozialen Kontakte
  • die Geschlechtererkennung
  • die Partnerfindung
  • die Balz
    (Das Licht verstärkt durch die Reflexion im Gefieder die Farben der Tiere und macht sie dadurch für ihre Artgenossen noch attraktiver.)
  • Gesundes Raumklima

    Sobald es nur ein bisschen kälter wird, fangen wir Menschen an zu frieren und schalten die Heizung ein. Das stört die Wellensittiche nicht wirklich - auch unter den gefiederten Hausgenossen können kleine Frostbeulen sein. Aber viele Vogelhalter vergessen leider manchmal, dass die Luftfeuchtigkeit mit dem Einschalten der Heizung sinkt. Das ist nicht nur für den Menschen gefährlich, sondern auch für die Tiere. Dieses Klima trocknet ihre Schleimhäute aus und sie werden krankheitsanfälliger. Damit das nicht passiert, reichen ein paar kleine Vorkehrungen, um die Luftfeuchtigkeit bei 60 - 70% zu halten.
    Eine Möglichkeit sind Verdunster, die an die Heizung gehängt werden. Aber Achtung, denn darin kann sich leicht Schimmel bilden! Manche Modelle sind so groß, dass die Vögel beim Freiflug hineinfallen könnten. Hier ist also Vorsicht angesagt.
    Als Luftbefeuchter eignet sich ebenfalls ein feuchtes Handtuch, das auf die Heizung gelegt wird. Auch flache, mit Wasser gefüllte Schalen, die auf oder neben der Heizung stehen, erhöhen die Luftfeuchtigkeit.
    Zimmerbrunnen mit großer freier Oberfläche bringen besonders viel Feuchtigkeit in die Luft und sind ganz nebenbei häufig ein beliebter Badeplatz für die Wellensittiche. Solche Brunnen dürfen freilich nicht zu tief sein, damit die Vögel nicht ertrinken. Das Wasser sollte unbedingt täglich gewechselt werden, denn ob Verdunster, Schale oder Brunnen: Hygiene ist das A und O, damit Schimmel und Bakterien keine Chance haben.
    Pflanzen sind ebenfalls gut für das Raumklima, wobei diese natürlich nicht giftig für die Tiere sein dürfen. Leckere Bio-Küchenkräuter, die diesen Zweck wie jede andere Pflanze erfüllen, dabei ungiftig und hoch dekorativ sind, findet man in fast jedem Supermarkt. Auch der in vielen Zoohandlungen erhältliche Golliwoog ist eine beliebte Futterpflanze.

    Extra-Vitamine: Quell- und Keimfutter

    Zur Herstellung von Quell- und Keimfutter kann man ganz normales Wellensittichfutter verwenden. Es gibt aber auch spezielle Mischungen. Zuerst werden die Körner mit lauwarmem Wasser gründlich durchgespült und dann, mit Wasser bedeckt, einen halben Tag oder über Nacht stehen gelassen. Danach gibt man die Körner in ein Küchensieb, spült sie wieder gründlich durch und lässt sie gut abtropfen. Dieses Quellfutter kann man schon jetzt verfüttern. Um Keimfutter zu bekommen, hängt man das Sieb über eine Schale und bedeckt es mit Küchenpapier.
    Nun wird das Futter mindestens alle sechs bis acht Stunden erneut durchgespült. Am liebsten mögen die Vögel Keimfutter, das zwischen einem und eineinhalb Tagen alt ist. Direkt vor dem Anbieten spült man das Futter am besten noch einmal durch und tupft es mit etwas Küchenpapier ab, denn nasses Keimfutter mögen die meisten Wellensittiche nicht so gern. Keimfutter verdirbt sehr rasch; Reste sollte man nach spätestens sechs Stunden wieder aus dem Käfig nehmen und wegwerfen. Im Sommer bei großer Hitze muss man noch vorsichtiger sein und das Keimfutter deutlich früher entfernen.
    Einmal pro Woche kann man den Sittichen Keimfutter anbieten. Ist mal ein Vogel schwächer oder unterversorgt, kann man es auch als Kur zwei Wochen lang täglich verfüttern.