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1. Licht - Das erste Wellischicksal

Lotte

Der erste Fall, den wir vorstellen möchten, schildert eine besonders traurige Geschichte.

Im September 2010 erfuhren wir von einem Notfall: acht Wellensittiche aus sehr schlechter Haltung waren im Tierheim abgegeben worden und mussten dringend zu einem vogelkundigen Tierarzt gebracht werden. Eines unserer Mitglieder erklärte sich sofort bereit die Vögel zum Arzt zu bringen.
In der Praxis offenbarte sich das volle Ausmaß der Tragödie: alle hatten furchtbar verkrüppelte Füßchen, sie konnten weder richtig laufen noch sich selbstständig auf einem Ast halten. Sie kannten anscheinend gar keine Äste und hatten wohl nur auf glatten Flächen gelebt. Sechs Vögel waren derart stark betroffen, dass für sie jede Hilfe zu spät kam. Es blieb nur noch, sie schnellstmöglichst von ihrem Leiden zu erlösen.

Lotte on Tour Part1 - auf dem Weg in die Pflegestelle

Für zwei Wellensittiche gab es jedoch noch eine Chance. Sie wurden erst einmal versorgt und die ersten notwendigen Untersuchungen durchgeführt. Aufgrund der falschen Haltung hatten beide Hennen Ballengeschwüre an den Füßchen und waren extrem dünn. Da die beiden Wellis regelmäßig Medikamente und Pflege der lädierten Füße benötigten, wurden sie vom Tierheim dem VWFD übereignet und durften bei dem Mitglied zur Pflege einziehen.

Die Hennen waren schneeweiß und glichen sich wie ein Ei dem anderen, weshalb sie von ihrer Pflegefederlosen auf die Namen Liesel und Lotte getauft wurden. Nach erfolgreicher Eingangsuntersuchung durften die beiden Wellidamen in den Schwarm der Pflegestelle einziehen.

Über 6 Wochen hinweg mussten nun 3x täglich die Füße der beiden mit Lebertransalbe eingecremt werden. Beide Hennen konnten sich anfangs weder auf Ästen halten, noch wussten sie, wofür Äste überhaupt da sind. Oft fielen beide herunter, wenn sie versuchten, sich zu putzen oder eingeschlafen waren. Nach einiger Zeit bildeten sich die Geschwüre der Füße zurück und es besserte sich langsam. Sie wurden lebhafter und lernten das Gleichgewicht auf den Ästen zu halten. "Langsam aber sicher werden sie zu einigermaßen normalen Vögeln", freute sich damals die Pflegestelle, die die beiden Hennen aufopferungsvoll pflegte.

Lotte in Love

Die vorherigen Lebensbedingungen hatten allerdings ihre Spuren nicht nur mittels der Ballengeschwüre hinterlassen: Liesel und Lotte hatten starke Arthrose in den Beinen, wobei die kleine Liesel schlimmer dran war als Lotte. Die Hennen wurden geröngt und der Tierarzt stellte fest, dass bei Liesel die Knochen schon teilweise aufgelöst waren. Ein erneuter Therapieversuch mit Schmerzmitteln zeigte traurigerweise keinerlei Erfolg. Liesel nahm kaum noch am Schwarmleben teil, verließ ihren Ast nur zum Fressen und zeigte keine Lebensqualität mehr. Am 25.10.2010 wurde sie von ihren Leiden erlöst.

Lotte on Tour Part 2 - Erkundungen

Nun war nur noch Lotte übrig. Auch sie hat starke Arthrose sowie einen gigantischen Pendelkropf, der sie sehr anfällig für Infektionen macht. Trotzdem zeigt Lotte einen unglaublichen Lebenswillen. Mit ein wenig homöopathischem Schmerzmittel und Muschelextrakten gegen die Arthrose führt Lotte nun ein halbwegs normales Vogelleben. Zu unserer Freude durfte Lotte im Schwarm der Pflegestelle bleiben und fand dort in dem Abgabehahn Rudi sogar den Partner fürs Leben.
So traurig es auch ist, dass den sieben Wellis nicht mehr geholfen werden konnte außer ihnen einen längeren Leidensweg zu ersparen, so wurde der kleinen Lotte doch ein lebenswertes Vogeldasein ermöglicht.

Ohne die schnelle Hilfe und den finanziellen Einsatz in Höhe von 143,60 € des VWFD wäre es nicht möglich gewesen, Lotte dieses Leben zu ermöglichen. Deshalb sind wir auf Spenden angewiesen, damit auch in anderen Notfällen Wellensittichen so schnell und nachhaltig geholfen werden kann.

Lotte sagt Danke!