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2. Licht - Weitere Wellischicksale

Ricky

Ricky - bei der Abholung

Ricky wurde in einer Kleinanzeige zum Verschenken angeboten. Auf dem beigefügten Foto war ein blaues Wellimännchen zu sehen, das am Kopf seltsame Wucherungen und einen extrem langen Schnabel hatte. Es war sofort klar, dass dieser Welli dringend kompetente tierärztliche Hilfe benötigt. Leider hatten wir kein Mitglied in seiner Nähe und so hat sich glücklicherweise ein sehr engagiertes Nichtmitglied dem kleinen Ricky angenommen und ihn von einem Parkplatz – dem Übergabeort – abgeholt.

Anschließend wurde Ricky an den VWFD überschrieben und bekam sofort die notwendige tierärztliche Versorgung. Bei mehreren TA-Besuchen kamen folgende Erkrankungen zutage: Warzen oder Tumore am Kopf, die jedoch nicht operabel sind; ein leichter Räudemilbenbefall, gegen den Ricky zweimal behandelt wurde; ein Hämatom im Halsbereich; ein überlanger Schnabel, der zunächst geschnitten wurde, um danach der Ursache auf den Grund zu gehen. Das Organ-Screening ergab Leber- und Nierenwerte im Normalbereich, jedoch einen zu hohen Gallenfarbstoffwert, was wiederum auf ein Leberproblem hindeuten könnte. Ricky wurde daraufhin mehrere Wochen mit einem leberunterstützenden Mittel behandelt. Schon auf der Pflegestelle blühte er dank der guten Versorgung regelrecht auf.

Ricky in seinem neuen Zuhause

Sehr gefreut haben wir uns, dass Ricky tatsächlich ein wunderschönes Zuhause mit vielen anderen Wellis gefunden hat, das sich nicht daran stört, dass er „etwas anders“ aussieht und das seine speziellen Probleme im Blick hat, um sofort reagieren zu können.

Bevor Ricky jedoch sein neues tolles Leben beginnen konnte, waren Tierarztbesuche und Medikamentengaben nötig, die insgesamt 277,01 Euro gekostet haben. Diese Kosten hat der VWFD e. V. komplett übernommen.

Um in Zukunft Vögeln wie Ricky helfen zu können, sind der VWFD und die Wellis auch auf eure Hilfe in Form von Spendengeldern angewiesen. Auch kleine Beträge von 5 oder 10 Euro helfen uns weiter und kommen kranken Wellis zugute.

Einstein, Goldie und Azur

Der zweite Fall, den wir vorstellen möchten, schildert eine weitere, teilweise traurige Geschichte, die hoffentlich für Goldie und Azur mit einem Happyend enden wird.

Einstein, Azur, Goldie

Im November 2010 wurden wir von der Halterin der drei Wellensittiche Einstein, Goldie und Azur angesprochen, die sich aus Überforderung von ihren teilweise kranken Wellis trennen wollte. Eines unserer Mitglieder erklärte sich dazu bereit die Vögel abzuholen, in Pflege zu nehmen und zum Tierarzt zu bringen.

Die drei Wellis lebten bis dato in einem zu kleinen Käfig mit Plastikstangen und einer teils bis aufs Gewinde abgenagten Mineralsitzstange. Leider hatten diese nicht artgerechten Sitzgelegenheiten im Fall der Henne Goldie bereits ihre Spuren an den Füßen hinterlassen. Die Füßchen waren gelb verfärbt und Goldie hat an beiden Füßen Hornhautzubildungen. In der Pflegestelle ist die anfängliche Schwellung der Füße durch Naturäste als Sitzstangen bereits sehr gut zurückgegangen.

Goldie geht es besser

Bei der Röntgenuntersuchung zeigte sich bei Goldie eine leicht vergrößerte Leber, die dem Vogel aber noch keine Probleme bereitet. Leider hat sich Goldie in der Pflegestelle als Rupferin geoutet und wir hoffen nun, dass sich diese Macke unter guten Haltungsbedingungen wieder legen oder wenigstens verringern wird. Sowohl auf Goldies Füße als auch auf das Gefieder hat die Pflegestelle ein Auge und auch der zukünftige Halter sollte das im Auge behalten.

Zuhause gesucht - für Azur und Goldie

Azur ist ein prächtiger blauer Hahn, der als einziger der drei Wellis einen rundum gesunden Eindruck macht und daher von uns nicht weiter untersucht wurde. Genau wie Goldie fliegt er gerne und gut. Goldies Flugstil war anfangs etwas holprig, hat sich aber bereits sehr gut verbessert.

Die Dritte im Bunde war die bereits 7,5 Jahre alte Henne Einstein, eine wunderschöne gelb-grüne Dame. Einstein war flugunfähig und sollte ein Nierenproblem haben. Die Röntgenuntersuchung bei einer vogelkundigen Tierärztin ergab dazu noch ein steckengebliebenes, sehr großes Ei. Einstein hatte bereits in beiden Beinen Lähmungserscheinungen und saß recht spreizbeinig auf der Stange.
Da eine Legenotoperation in der behandelnden Praxis nicht möglich war, mussten Einstein, Goldie und Azur noch am späten Abend in eine andere, über 100 Kilometer entfernte, vogelkundige Praxis transportiert werden. Dort wurde Einstein stationär aufgenommen und die beiden anderen Wellis blieben als Begleiter bei ihr. Der Versuch das Ei auf natürlichem Wege aus dem Vogel zu bekommen und Einstein zur Ablage zu animieren scheiterte leider und so wurde nach 2 Tagen eine Legenotoperation vorgenommen. Bedauerlicherweise überlebte Einstein diese Operation nicht. Sie hat nun im Garten der Pflegestelle bei deren eigenen Wellis ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Goldie empfiehlt den VWFD-Flyer

Goldie und Azur warten nun auf ihre hoffentlich baldige Vermittlung in ein schönes neues Zuhause mit anderen Wellis. Ohne die schnelle Hilfe und den finanziellen Einsatz in Höhe von bisher 202,51 € des VWFD wäre die Versorgung dieser drei Wellis nicht möglich gewesen. Deshalb sind wir auf Spenden angewiesen, damit auch in anderen Notfällen Wellensittichen so schnell und nachhaltig geholfen werden kann.

Goldie und Azur sagen Danke, auch für Einstein!

P. S. Goldie hat noch einen Hinweis - Wellis glücklich zu machen ist gar nicht schwer. Die ersten Anregungen kann man im Haltungsflyer des VWFDs nachlesen.

Nachtrag:
Goldie und Azur sind mittlerweile vermittelt und in ihr neues Zuhause gezogen, wo sie mit sechs weiteren Wellis herumtoben können.