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4. Licht - Abel wollte so sehr leben ...

Der kleine Welli-Hahn Abel wurde im Tierheim abgegeben, weil er nicht "gesungen" hat. Dass er schwer krank war und überhaupt nicht fliegen konnte, fiel seinem Besitzer wohl leider nicht auf. Vom Tierheim wurde Abel dann in die Obhut des VWFD übergeben, denn auf einer Pflegestelle konnte er besser gepäppelt werden.

Der kleine Abel schaut neugierig in die Welt

In der Pflegestelle angekommen zeigte sich dann das ganze Ausmaß seiner Erkrankungen. Er schlief fast den ganzen Tag und war so matt und kraftlos, dass er sich nicht einmal auf normalen Ästen halten konnte. Zudem hatte er einen unnormalen Kot, einen Gefiederschaden und er litt an starkem Juckreiz, wobei er sich nicht kratzen konnte ohne vom Seil zu fallen. Sein Gewicht betrug gerade einmal 31-33 Gramm.

Auch das Ergebnis des Tierarztbesuches war niederschmetternd. Die bakteriologische Untersuchung zeigte einen positiven Befund für Enterobakterien und Streptokokken, ebenso wurde ein hochgradiger Befall mit Giardien, einem Darm-Parasiten, festgestellt. Zudem wurde noch ein Leberproblem vermutet, denn sein Schnabel wuchs sehr schnell.

Damit der kleine Welli-Hahn noch eine Überlebenschance hatte, wurde natürlich sofort mit der Behandlung begonnen. Die Pflegestelle kämpfte viele Wochen lang um das Leben von Abel und es sah auch eine zeitlang so aus, als ob er wieder gesund werden könnte, denn sowohl die Bakterien als auch die Parasiten konnten erfolgreich behandelt werden. Außerdem zeigte der kleine Wellimann einen solchen Lebenswillen, dass ihm jede Chance gegeben wurde.

Das Leberproblem blieb jedoch bestehen und so musste Abel einmal mehr zum Tierarzt. Die Röntgenaufnahme zeigte leider, dass seine Leber fast den kompletten Bauchraum einnahm, sodass die Luftsäcke nur noch etwa 1-2 mm Platz hatten und der Magen ganz nach unten in die Hüfte gedrückt wurde. Auch konnte der Federverlust zweifelsfrei auf den Leberschaden zurückgeführt werden. Die Prognose war leider sehr schlecht. Da jedoch noch Hoffnung bestand, bekam Abel unter anderem leberunterstützende Mittel. Auch durfte er nach Absprache mit dem Tierarzt zu den Wellis der Pflegestelle, in der Hoffnung, dass die Artgenossen seinen Genesungsprozess beschleunigten.

Abel wird immer schwächer

Abel zog also mit seinem kleinen flachen Hamsterkäfig direkt neben die große Voliere im Wohnzimmer. Da er weiterhin kein Tönchen von sich gab, nahmen die anderen Wellis leider überhaupt keine Notiz von ihm ... Oft schaute er mit großen Augen die anderen an und verfolgte ihre Flüge. Er wäre so gerne mitgeflogen ...

Leider half alles Hoffen und Daumen drücken nichts. Trotz aller Bemühungen konnte das Leberproblem einfach nicht in den Griff bekommen werden und Abel baute immer mehr ab. Inzwischen hatte sich die Pflegestelle dazu entschlossen, ihn gehen zu lassen, und irgendwie schien Abelchen das gewusst zu haben, denn am gleichen Tag, dem 23. November 2010 schlief der tapfere Welli-Hahn schließlich friedlich in den Händen seiner Pflegerin ein.

Flieg schön, kleiner Abel.

Auch wenn die Geschichte von Abel kein Happy-End hatte, so bestand für ihn wenigstens die Chance auf ein neues Leben mit Artgenossen. Ohne die Hilfe und den finanziellen Einsatz in Höhe von 234,74 EUR des VWFD wäre das nicht möglich gewesen.