Logo VWFD banner

Aktuelle Spendenfälle

Irmi - Glück im Unglück

Leni putzt sich

Irmi war eine hübsche Wellensittichhenne mit türkisfarbenem Federkleid und einem gelben Köpfchen. Für einen Wellensittich hatte sie schon ein gutes Alter von immerhin sieben Jahren erreicht. Nicht jeder kleine Vogel erreicht ein solches Alter. Eigentlich hätte sie sich also glücklich schätzen sollen.
Aber Irmi war nicht glücklich. Ihr fehlte nämlich das Entscheidende zum Welli-Glück: Ein gefiederter Freund. Irmi gehörte also zu den bedauernswerten Wellensittichen, die jahrelang in Einzelhaft leben müssen. Und als wäre das noch nicht Unglück genug, war vor einiger Zeit etwas passiert, das Irmi große Sorgen bereitete: Ihre Bürzeldrüse war stark gerötet und geschwollen und tat einfach unglaublich weh.

Eigentlich hatte Irmi gehofft, dass ihre Federlose ihr in diesem Fall helfen würde. Schließlich hatte sie sie sieben Jahre mit ihrem Gezwitscher erfreut. Aber offensichtlich war sie dazu nicht in der Lage und verschwand dann eines Tages im Oktober vollständig. Es kamen andere Federlose, die sagten, sie sei gestorben, und sie packten Irmi dann in eine kleine Box und brachten sie in ein großes Haus, wo sie sie dann alleine ließen.

Irmi schmeckt es wieder

Nun ja, ganz alleine war sie dann glücklicherweise doch nicht. In dem Haus, das ihre Federlosen als Tierheim bezeichnet hatten, gab es zu Irmis großer Verwunderung noch anderer Wellensittiche. Nach sieben Jahren Einsamkeit war sie zum Schluss gekommen, dass sie wohl die Letzte ihrer Art sein müsse. Und nun stellte sich heraus, dass das gar nicht stimmte!
Irmi hätte nur zu gerne Kontakt aufgenommen, war sie doch nach siebenjähriger Einzelhaltung geradezu ausgehungert nach einer echten Freundschaft mit Ihresgleichen. Aber leider fühlte sie sich immer noch nicht wohl. Die Bürzeldrüse tat weh und sie selbst fühlte sich total matt und müde. Wie sollte sie sich da nur aufraffen und neue Freunde finden? Wie sehr wünschte sie sich, mit anderen Wellis unbeschwert und fröhlich durch die Lüfte fliegen zu können… Ob es doch noch irgendwie Hoffnung gab?

Die Hoffnung kam ein paar Tage später in Form zweier Federlosen vom VWFD. Sie setzten Irmi wieder in einen kleinen Käfig und brachten sie an einen Ort, den sie Tierarztpraxis nannten. Irmi war beunruhigt. Denn zum einen wollte sie nicht weg von den anderen Wellis und zum anderen wollte sie nicht so angestarrt werden, wie sie es gerade von dieser großen, weiß gekleideten Federlosen wurde. Sie nahm sie in ihre großen Hände, drückte an ihr rum und begutachtete ihre schmerzende Bürzeldrüse genau. Anschließend meinte sie, ihre Drüse sei geplatzt und stark entzündet. Das müsse operiert werden. Irmi hatte keine Ahnung, wovon sie redete, aber das alles klang gar nicht gut.

Über Nacht musste sie in diesem seltsamen Haus bleiben, dass Tierarztpraxis genannt wurde. Und am nächsten Morgen kam die Federlose und machte etwas mit ihr, dass sie plötzlich ganz müde wurde und einschlief.
Als sie wieder zu sich kam, waren die Schmerzen weg. Und irgendwie sah es hinten, da wo ihre Bürzeldrüse hätte sein müssen, komisch aus. Die Bürzeldrüse war weg! Aber egal, dachte sich Irmi, Hauptsache es tut nicht mehr weh!

Irmi im neuen Zuhause

Zwei Tage musste Irmi noch tapfer alleine beim Tierarzt bleiben, bevor sie durch die nette Federlose die sie dorthin gebracht hatte, wieder abgeholt wurde. In der kurzen Zeit war Irmis Kraft schon wieder fast vollständig zurückgekehrt und sie fühlte sich fit und voller Tatendrang. Wenn ihr jetzt jemand einen Schwarm anbieten würde, sie war bereit sich sofort ins Getümmel zu stürzten!

Und tatsächlich ging Irmis größter Wunsch in Erfüllung: Sie durfte in einen Schwarm und ist dort seitdem festes und sehr beliebtes Mitglied. Die fehlende Bürzeldrüse stört sie nicht und die sieben Jahre Einzelhaft hat sie auch längst abgeschüttelt.

Die Tierarztkosten für Irmi betragen ca. 167 Euro.


Zum Seitenanfang